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Im deutschen Reich · 1917-10-01 · Heft 10 (Oktober 1917) · p. 393

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 10 (Oktober 1917)
Article
Der deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband und seine Handlungsweise
Date
1917-10-01
Page
393 (sequence 5)
Language
German
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Deutsch-nationaler tzandlungsgehilfenverband.^ 393 land und warum sind die Deutschen so verhaßt in der ganzen Welt?" Ich habe den Eindruck, als ob auch nach dem Krieg gerade diejenigen, welche mit an dieser unglückseligen Stimmung im Ausland schuld sind, die Blicke der deutschen Philister umnebeln wollen, indem sie glauben machen, der wirtschaftliche Aufschwung sei die alleinige .Ursache des Neides und Hasses: auch glaube/ ich, daß man nach berühmten russischen Progrom-MnsLern versuchen wird daß Interesse unserer aufgeklärten zurückkehrenden Feldgrauen von den wahren Verhältnissen abzulenken, indem man auf die Juden verweist. Glauben Sie mir aber, nur der Burgfriede verhindert es jetzt, daß offen und klar auf die hauptsächlichen Gründe hingewiesen werden kann, warum Deutschland so verhaßt ist. .Diesen Haß hat nur eine kleine Minderheit in Deutschland verschuldet und die Mehrheit der deutschen Staatsbürger hat ihn auszukosten. Wissen Sie nicht, welch ungeheueren Schaden uns Deutschen gerade die Treibereien antisemitischer Kreise bis in die letzte Zeit hinein in allen neutralen Ländern verursacht haben?! Haben Sie nicht gelesen daß die Oktobristen, das ist die liberale Intelligenz in Rußland, die unversöhnlichsten Deutschenfeinde sind, weil sie, wie die „Kölnische Zeitung" richtig geschrieben hat. sämtlich in Deutschland studiert und bei dieser Gelegenheit in gewisse traurige Zustände Einblick bekommen haben. Ich bin überzeugt, daß, es mir nicht gelingen wird, auch nur ein Tüpfelchen von Ihren Grundsätzen durch meine Darlegungen zu ändern. Es ist ja auch bis jetzt den Deutschen nirgends in der Welt gelungen, gegen all das, was man über die Deutschen im Ausland schreibt und behauptet, mit der Wahrheit durchzudringen. Engelszungen werden es nicht fertig bringen, S i e von Ihrer Voreingenommenheit gegen die Juden und das Ausland von seiner Voreingenommenheit gegen die Deutschen abzubringen. Wo nicht die Absicht und der Wille zur Erkenntnis vorhanden ist, üben die stärksten Tatsachen keine Wirkung aus, aber in den Schützengräben, in denen jüdisches und christliches Blut, welches einerlei Farbe hat, zusammengeflossen ist, da werden sich die Leute ein anderes Bild machen und mit nach Hause bringen und es wird ein neuer Frühlingswind über Deutschland kommen, der alle politischen, antisemitischen, völkischen und gehässigen Vorurteile gegen seine jüdischen Mitbürger hinwegsegen wird. Ich verstehe nicht, warum Sie nicht offen Farbe bekennen und sagen: „Ja, wir sind Antisemiten, wir kämpfen gegen die Juden". Ich verstehe auch nicht, wie es Mitglieder von Ihnen und ihrer Ehre vereinbar finden können, bei solchen minderwertigen und gehaßten Kaufleuten sich um eine Stelle zu bewerben. 2Ran!mjuß doch so charaktervoll sein, seine Gesinnung nicht zu verbergen, auch wenn man mal einen Rachteil davon hat. Ich gestehe Ihnen offen, ich selbst werde niemals ein Mitglied Ihres Vereins unter meinen Angestellten dulden, solange Sie keine Juden als Mitglieder aufnehmen. Ich weiß, daß zahlreiche jüdische Geschäftsinhaber charaktervoll genug sind, denselben Stands- Punkt einzunehmen und ich zweifle nicht daran, daß es gelingen wird, alle jüdischen Geschäftsinhaber in Deutschland und im Ausland für diesen Ehrenstandpunkt zu gewinnen. Ich denke doch, daß Sie meine offene und ehrliche Ansichtsäußerung achten werden. Wenn kaufmännische Korporationen, welche Ihnen seither mit Abneigung gegenüberstanden, diese Abneigung überwinden und nun gemeinsam mit Ihnen arbeiten, so ist das doppelt hoch anzuerkennen, da sie die wahren Interessen; des Gehilfenstandes) die eine solche Zusammenarbeit notwendig machen, über alles andere stellen. Ich habe diesen Standpunkt

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