Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1917)
- Article
- Der deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband und seine Handlungsweise
- Date
- 1917-10-01
- Page
- 394 (sequence 6)
- Language
- German
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394 Im Deutschen Neich'.- gebilligt und ich begreife auch, datz jüdische Vertreter solcher Ver*-- eine mit Ihnen sauf neutralen -Gebieten Zusammenarbeiten. Es muß ihnen hoch ungerechnet werden, daß sie ihre persönliche Ansicht unterdrücken und so im Interesse des Standes handeln. Wenn Sie einmal auf demselben Standpunkt stehen, und auch Ihre persönlichen Rügungen und Abneigungen unterdrücken, wird dies m. E. den wahren Interessen des GehilfensLandes und dem Frieden in unserem Vaterlands nur zum Segen gereichen. Wenn Sie es aber nicht tun, dann dürfen Sie versichert sein, daß Sie mich und sehr viele andere charaktervolle Juden nach dem Krieg aus de nt Plan finden werden, um der Hydra des Hasses und der Ungerechtigkeit den Kopf zu zertreten und den Worten eines bekannten Dichters zum Siege zu verhelfen: „Gott schütze uns vor Klassenhaß und Russenhaß und M-assenhaß und derlei Teufelswerken!^ Hochachtungsvoll . . , Der letztere Brief ging am 13. Juni d. I. ab, und da bis jetzt von dem Verband eine Antwort nicht eingelaufen war, kann man wohl annehmen, daß es ihm schwer siel, diese Darlegungen zu widerlegen und daß er es vorzog, die Debatte nicht fortzusetzen. Mit Gründen kämpfen die Herren nicht gerne. Den Inhalt dieses Schriftwechsels aber empfehlen wir allen aufrechten jüdischen und nichtjüdischen Kaufleuten zu? Beherzigung. Die Ausführungen sind so einleuchtend klar und von so zwingender Selbstverständlichkeit, wie die gequälten Verdrehungen der Tatsachen durch den DeutschenHandels V. für seine ganze Richtung kennzeichnend sind. Umschau. Die Verzagtheit, wo irgend sie sich regen mag, wird als der schlimmste innere Feind gebrandmarkt. Der Pessimismus ist verpönt, ist verräterisch. Hindenburg, der wahrlich gern auch darin Moltke nacheifert, daß er den Ehrgeiz hat, als Schweiger, als „großer Schweiger" zu gelten, wird immer und immer wieder ausgeboten, muß immer und immer wieder seine Stimme erheben, um in Erklärungen und Aufrufen dem Kleinmut eutgegenzutreten, um den inneren Feind so gründlich niederzuwerfen wie den äußeren. Aber auch der Optimismus, das Aeb ermaß an Zuversicht, kann schädlich werden. Unser neuer Reichskanzler selbst mußte im Reichstage gegen alle sich aussprechen, die auf die schnelle Wirkung des A-Bootkrieges zu große Erwartungen gerichtet hatten. Darum wollen wir uns davor hüten, den Frieden als unmittelbar bevorstehend anzukündigen, glauben zu machen, daß er bereits gleichsam im Vorzimmer sei und im nächsten Augenblick die Türklinke erfassen werde, um als lieblicher Knabe oder als strahlender Engel mit der Palme in der Hand bei uns einzutreten. Eins aber dürfen wir doch wohl aus den Friedenserörterungen