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Im deutschen Reich · 1917-10-01 · Heft 10 (Oktober 1917) · p. 392

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 10 (Oktober 1917)
Article
Der deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband und seine Handlungsweise
Date
1917-10-01
Page
392 (sequence 4)
Language
German
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Im DenLsHen Reickch von den verhaßten Juden -abstamurt? Wollen Sir wirklich dörr Standpunkt vertreten, das; Ihr Apostel Houston Stewart Ghamberlain e in besserer Deutscher sei als ich-, nachdem nach gewichen ermaßen schon im Jahre 1090 Inden in Mainz gewohnt haben? Begreifen Sie denn nicht, daß sich jeder Inde in seinem Innersten darüber empören muß, wenn. Sie bewußt und mit voller Absicht solche Unterschiede machen und uns unser Deutschtum absprechen wollen? Die Herren Ihrer Kreise sind doch sonst sehr klug und berechnend; glauben diese Herren denn wirklich ernstlich, daß die jüdischen Vereine als solche einen Gegensatz zu deutschen Vereinen bilden? oder benützen Sie diesen künstlich von Ihnen behaupteten Gegensatz nur als Plattform für Ihre politischen und völklichen Ziele? Wissen Sie t>enii nicht, daß die von -Ihnen kritisierten jüdischen Vereine lediglich und allein Abwehr» vereine sind, im Kampfe gegen die einseitigen und ungerechten Angriffe, hie von Ihnen und anderen geistesverwandten Seiten gegen das Judentum seit Jahren gerichtet werden? Warum nehmen Sie denn keinen Anstoß daran, daß es auch unzählige katholische und protestantische Vereine gibt? Ein guter deutscher Patriot, der seinen Patriotismus durch Daten bewiesen hat, behauptete einmal: „Wer 'mir mein Deutschtum abspricht, raubt mir die Luft, in der ich atme, raubt mir meine Ehre und ich bekämpfe ihn bis zum letzten Atemzuge mit allen erlaubten, Mitteln!" Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens sagt ja schon in seinem Namen, daß seine Mitglieder gute Deutsche sind, ebenso gute Deutsche wie Sie, und daß?es sich lediglich um Deutsche jüdischen Glaubens handelt, genau! wie um Deutsche katholischen oder protestantischen Glaubens. Wenn Sie und die anderen Herren Antisemiten in Deutschland ihre Hetze gegen das Judentum ausgeben, dann sollen Sie einmal sehen, wie schnell die jüdischen Abwehroereine verschwinden. Wenn Sie ein christlicher Verein wären, der religiöse oder kirchliche Zwecke verfolgt, dann wäre Ihr Standpunkt verständlich, aber bei einem wirtschaftlichen Verein ist dieser Standpunkt eine Gehässigkeit und Angerechtigkeit, und wird von allen Billigdenkenden als solche empfunden. Es -gibt keine katholische, keine protestantische und keine jüdische kaufmännische Wissenschaft und deshalb isst eine Differenzierung nach dem Glauben eben eine Spezialität Ihres Vereins, die m. E. — gestatten Sie, daß ich das ganz offen ausspreche — ganz andere Gründe hat als die Vertretung kaufmännischer Gehilseninteressen. Was haben denn diese wirtschaftlichen Dinge mit der Konfession zu Lun, oder haben Ihre Mitglieder Angst vor der Tüchtigkeit. Nüchternheit und den kausmänuischen Kenntnissen der jüdisch en Ko llegen? Aus Ihren Schreiben ersehe ich, daß Sie auch nach dem Krieg Ihren früheren Standpunkt beibehalten wollen. Nachdem Rußland durch die Revolution in die Reihe derjenigen Länder Antritt, in denen die Juden nicht mehr nach ihrer Konfession behandelt und zurück-gesetzt werden, wird vermutlich Deutschland das einzige Land sein, welches die traurige Ehre genießen soll, diesen mittelalterlichen Standpunkt aufrechtzuerhalten, natürlich vorausgesetzt, daß unsere Feldgrauen, wenn sie nach Hause kommen, nicht mit dem mittelalterlichen Plunder in allen dumpfen Gassen energisch ausräumen. 'Der von Ihnen vertretene Standpunkt — auch das müssen Sie mir gestatten, offen zn sagen — bildet für mich auch einen interessanten Beitrag zn der viel erörterten und bis jetzt noch nicht in Poller Wahrhaftigkeit beantworteten Frage: „Warum ist Deutsch»

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