Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 9 (September 1917)
- Article
- Glaube und Heimat
- Date
- 1917-09-01
- Page
- 346 (sequence 9)
- Language
- German
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346 Im Deutschen Reichs wurde aufgepflanzt, um den Ästjuden neue LebenshoffnjunÄ neue Lebensbedingungen zu geben. Auch für die Westjuden sollte -es ein Banner werden. Sie sollten noch durch ein strafferes Band als das der allgemeinen Menschenliebe und der Glaubensgemeinschaft herangezogen werden, um die leibliche und geistige Bot der Volksgenossen zu lindern. Palästina sollte den entrechteten Oftjuden eine Heimstätte, den Westjuden ein Vorbilds, ein Resonanzboden sein, aus der jüdische Seele und jüdischer 'Geist einen besseren Widerhall finden als auf dem Boden des Exils. Der Jude sollte, um wahrer Jude zu sein und das Judentum wiederzubeleben, jüdisch-national fühlen und leben. Wer nicht jüdischnational fühlt, ist Assimilant, unjüdisch^ befördert den Abfall und Zerfall; Assimilation und Zentralverein sind eine Gefahr für das Judentum, so schallt es auf der Seite der Zionisten. Ihr seid undeutsch, vaterlandslos, befördert den Antisemitismus und seid eine Gefahr für das Judentum, so schallt es auf der anderen Seite wieder. Wo ist die Wahrheit? V. Wenn ich von der Gefahr^) der nationalistischen Bewegung für das Judentum gesprochen habe, so hat mich folgende Auffassung geleitet: 1. Den Vorwurf, daß die deutschen Zionisten und ent sch seien, dem Kaiser 'nicht geben, was des Kaisers ist, habe ich mir damit nicht aneignen wollen. Daß, dieser Vorwurf grundlos ist, haben sie im Kriege bewiesen. An Begeisterung und opfer- Voller Hingabe, an Treue für Kaiser und Reich haben sie keinem Deutschen nachgestanden. Daß das Staatsbewusstsein übrigens kein schwächerer Kitt ist als der nationaler Zusammengehörigkeit, hat die Geschichte der letzten Jahre selbst dem Widerwilligen und Blöden gezeigt. Vicht die Völker, nicht die Rassen, sondern die Staaten kämpfen gegeneinander und bestehen die Feuerprobe des Zusammenhaltens. 2. Daß der Zionismus den a n t i s e m i t i s ch e n Mühlen Wasser gibt, wenn er uns zu Fremden im deutschen Wirtsvolke stempelt, wird man nicht gut in Abrede stellen können; denn der Antisemitismus stützt sich im letzten Grunde darauf, daß wir fremd und minderwertig nicht sowohl von Religionsals Rassewegen seien. Das arisch-germanisch-teutonische Volk ist den Antisemiten das Vollwertige, das semitische das minderwertige. Indessen halte ich das für gleichgültig. Was gibt den Antisemiten nicht Wasser auf ihre Mühle? Wenn wir unser Verhalten danach einrichten, was sie sagen oder denken, so werden wir entweder Narren oder Schurken werden. Dabei ist es! 10) Daß die Aeußeruug so gelautet hat, wie sie Blmnenfelo cm* gibt, bestätigt weder meine Erinnerung, noch das mir jetzt vorliegende gedruckte Protokoll der Hauptversammlung vom 4. Februar 1917.