Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Article
- Zukunftsarbeit!
- Date
- 1917-07-01
- Page
- 300 (sequence 6)
- Language
- German
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Im Deutschen Reich, 360 zusteuern muß, mag sie auch in ein System gebracht und mit noch so verlockenden Zukunftsversprechuugen ausgestaLLet sein. Aus den Judenhaß unserer Tage, der uns )o verstimmt und verbittert, gibt es nur eine treffende Antwort: Es muß der alte j ü b i s ch e O p t i m i s in u s i n a l l e n j ü d i s ch e n 2 e e - len unbeschränkt herrschen! Gewiß gibt es einen Optimismus, der nicht vorbildlich ist, jenes verstiegene, nngeschichtliche Vertrauen aus eine Zukunst, der die Gegenwart keine Grundlage bietet! Diesen Optimismus närriicher Schwärmerei, der ohne jeden realen Blick für Sein und Möglichkeiten lustig Lustschlösser erbaut, der kein Erinnerungsvermögen besitzt und aus der Geschichte vergangener Tage nichts lernen will, besitzt die Judenheck leider in reichlichem Maße. Es ist ja bereits heroorgehoben worden, daß ein solches kindliches, durch nichts gestütztes Zukunstsvertrauen auch im letzten Grunde au dem hohen Grade pessimistischer Verbitterung die Schuld trägt, die der optimistischen Ekstase immer wieder nach ihrem Fehlschlagen als natürliche Reaktion folgen muß. Uns fehlt eine ganz andere Art der Zuversicht. 11 n s tut e i n O P t i m i £ in u s n o t, d e r e b e n s o ans gesch i cf1111 ch er E rs ah rnn g u n d a u f d c w Be - w lt ß tsei n r it hige r K r a s t w t c auf b cm sels e v f c ft e n G1 a u b e n a n d i e W a h r heit de s I u h a l t s at n d des Zieles u u f ere r Religio u s t ch g x ü n bet! Praktisch gesprochen, müssen wir dem Mehr an Judeuh a )'■ durch ein M e h r a n j ü d i s ch e r A r b eit u n d a n O r - g a n ijaiio n begegnen! Unser Optimismus darf nicht.S t i m - mung, sondern er muß Wille sein, und so werden Taten sein bester und deutlichster Ausdruck werden! Die Schuld an den bedauerlichen Ereignissen der Zeit trägt eben weder ein falscher Weg noch ein falsches Ziel, sondern einzig und allein die Gleichgiltigkeit und S ch w ä ch e, mit der wir eine gerade und gute Bahn gegangen sind. Wäre der Centralverein tatsächlich bereits eine Vereinigung aller deutschen Juden, wäre er vom Vertrau, en der großen Gesamtheit getragen nuo von ihrer tätigen Mitarbeit gestützt, so würde er allen Anseindungen mit ganz anderer Aussicht ans Erfolg, mit viel mehr wuchtiger Kraft und sicherem Selbstbewnßtsein entgegcmtrelen können. Wenn für die deutsche Judeuheit ein Grund zur Verstimmung vorhanden ist, so ist er an ganz anderer Stelle zu suchen. Verstimmt dürfen wir mit Recht über uns selber sein, daß wir uns zw a r ho h e Ziele g e st e ck t haben, sie aber n i ch t m i t der e r f o r d e r l i ch e u Energie verfolgen. Das Schicksal der verkanureu und grundlos augeseindeten Juden vergleicht man heute so gern mit dem der Deutschen, die der Krieg in eine ganz ähnliche Lage versetzt hat. Es wäre aber viel wichtiger, darauf zu achten, wie Deutschland die Berleum-