Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Article
- Zukunftsarbeit!
- Date
- 1917-07-01
- Page
- 301 (sequence 7)
- Language
- German
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Amschau, SOI düngen, den Haß und den ungezügelten Bernickckmigswülem der Melt auf nimmt I Gibt es etwa seinen Gegnern stillschweigend recht? Zieht es sich von seinem Anspruch auf Weltmachtstelluug zurück, weit eine Wett von Feinden es so will? Deutschland verzichtet nicht! Dem Haß der Welt begegnet es mit dem unerschütterlichen W i l l e n z um Siege, und dieies eisenfeste Streben verankert unser deutsches Vaterland in einer wunderbaren Organisation, die jede — auch die allerkleinste — Kraft dem Wohle des Ganzen nutzbar macht. Solchem zuversichlich mib kraftvoll ausschreitenden Optimismus muß der Sieg beschiedeu sein! Und damit ist auch n ns Jud en der Weg oorgezeichnet. Mit freudigem Vertrauen und dem Willen zur Tat alle jüdische Kraft erwecken und organisieren, das ist der beste Hieb, mit dem wir die Judenzählung und ihr geistesverwandte Erscheinungen parieren können. Umschau Am Vorabend des dritten Kriegsjahres unseres Weltkrieges übernahm ein neuer Mann die Zügel der Reichsregierung. Der Reichskanzler Bethmann Hollweg fiel nicht als Opfer der alldeutschen Anfeindungen, so sehr diese auch! durchs die Anterstützung der Schwerindustrie, des Agrariertums und aller an der Kriegsverlangerung interessierten Kreise an Wirkung gewannen. Herr v. Bethmann Hollweg ging, weil er in seiner bedachtsam-grüblerischen, alle Vorteile und Mängel einer Entscheidung scharfsinnig und fein durchdenkenden Vorsicht zu keinem frischen Entschlüsse kommen konnte. Weil ihm nicht sowohl der Wille zur Macht sondern viel eher die Macht zunr willen fehlte. So hat er es denn in der Stellung zu den inneren Fragen, zum preußischen Wahlrecht, zum parlamentarischen Regierungs-System, aber auch in Betreff der Kriegsziele keiner der beiden Richtungen recht getan. Dennoch sah man den ungewöhnlich sympathischen Staatsmann, den Mann, dessen redliches und hochgerichtet-schönes Wollen, dessen Opfermut und Anermüdlichkeit, dessen Gerechtigkeitssinn allen Bewunderung abnötigte, nur mit herzlichem Bedauern scheiden. Mit der Aeberzeugung auch, daß über das gute Andenken hinaus, das wir alle ihm bewahren werden, auch die Geschichte ihm dauernde Genugtuung verschaffen wird. Die deutschen Juden verlieren an Bethmann-Hollweg einen Kanzler, der in seinem GerechLigkeitssiny das an den Juden vielfach begangene Anrecht erkannt und empfunden hat und der den redlichen. Willen hatte» es abzustellen. Das erlösende, geflügelt gewordene Wort