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Im deutschen Reich · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · p. 299

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Article
Zukunftsarbeit!
Date
1917-07-01
Page
299 (sequence 5)
Language
German
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ZukunfLsarbcit. 299 fernes, luftiges Traumbild in der Phantasie! Zu wijsen, was vielleicht der jüdischen Seele die Ruhe geben könnte, ist noch keineswegs die Ruhe selber, und in Wahrheit würde uns der Verzicht, auf den alten Weg, aus den Kampf ums Recht, aus die Anerkennung unseres Deutschtums, aus die Eingliederung in die deutsche. Kulturgemeinschaft auch innerlich nicht um einen Schritt weiter bringen. Er würde sicherlich nur der Anlaß zu neuer Verzweiflung sein, die weit tiefer ginge, weil jie begründet wäre. Man braucht sich aber garnicht einmal auf das schwierige und subjektive Gebiet seelischer Stimmungen und Verstimmungen zu begeben, denn die einfache Logik der Tatsachen jagt in erfrischender Deutlichkeit dasselbe. Was anderes wollen denn eigentlich unsere schlimmsten Gegner, als daß wir verzichten und uns verbittert zurückziehen? Welchen Jubel gäbe es, wenn wir die Waffen niederlegten und uns „stolz" als fremd bekennen wollten! Gewiß würde der Triumpfgesang, um uns nicht stutzig zu machen, sich anfangs hinter einer Anerkennung unserer „aufrechten" Haltung und unserer „ehrlichen Folgerichtigkeit" verbergen. So klug ist man im feindlichen Lager schon lange, daß mit Sirenenklängen mehr zu erreichen ist als mit rohem Haßgeschrei. Nichts wird aber dadurch an der Tatsache geändert, daß wir den Judenfeinden prächtig in die Hände arbeiten, wenn um' uns auch nur im geringsten die echte Freude am Vaterlande, die innerliche Beziehung zum Deutschtum, die Hoffnung auf den Sieg des Rechtes rauben lassen. Denn es handelt sich dabei nicht um Stellungen, die wir willkürlich besetzt haben, die wir so oder auch anders halten wählen können, sondern sie sind das Lebenselement, das unserem Dasein Gestaltung, Färbung und seelische Kraft ebenso wie die .äußerliche, gesicherte Möglichkeit zur Arbeit gibt. Das stolze Verzichten auf den restlosen Eintritt in die deutsche .Kulturgemeinschaft und das vornehme Zurückweichen vor Haß und Mißgunst sind eben sehr gefährliche Waffen, die sich nur gegen ihre Träger kehren. Denn die Ziele, die wir auf dem alten Wege mit aller Kraft erstreben, sind die Vorbedingung für alles, selbst für die wirtschaftliche Lage der Juden. Resigniert verzichten hieße uns die Grundlage rauben, auf der wir das elementarste bürgerliche Recht, das ja schließlich auch die Apostel und Agitatoren der Rückzugspolitik nicht vermissen wollen, beanspruchen können, die S i ch e r h e i t der P e r s o n und des Eigentums! Das Ende würde sein, daß selbst unsere Religionsfreiheit, die ja schon unter den heutigen Verhältnissen keineswegs der bei den christlichen Bekenntnissen vorhandenen gleicht, gefährdet und von der Gnade oder der Laune feindlich gesinnter Mächte abhängig wäre. Das ist das wahre Ziel, dem jede jüdische Politik der Verbitterung erbarmungslos

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