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Im deutschen Reich · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · p. 292

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Article
Die Organisation der jüdischen Jugend in Deutschland
Date
1917-07-01
Page
292 (sequence 4)
Language
German
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292 Fm Deutschen Reich, band bezeichnet — will die Verfasserin die Brauchbarkeit ihrer theoretischen Erörterungen darlegen. Nach ihrer Ansicht sind die jüdischen Jugendoereine „ausgesprochene Erziehungsöereine von ganz bestimmter geistiger Struktur". Dieser Auffassung kann man sich wohl ohne Bedenken anschließen. Wenn auch, wie richtig bemerkt wird, in den einzelnen Orten, je nach der besonderen Gestalt, die der Verein dort angenommen hat, dieses Ziel sich nach der einen oder anderen Richtung verschiebt, immer bleibt doch die Erziehungsarbeit die eigentliche Vereinsbeschäftigung. Die gesamte soziale Lage des deutschen Judentums macht eine Jugendorganisation, die vornehmlich sozialen Zwecken dienstbar wäre, überflüssig. Die wirtschaftlichen Verhältnisse unter den Juden liegen günstiger als unter den Andersgläubigen. Erfahrungsgemäß rekrutieren sich aber soziale Jugendorganisationen durchweg aus den weniger bemittelten und auch weniger gebildeten Volkse schichten. Diese sind unter H en Juden nicht groß genug, um auf ihnen eine rein soziale Jugendvereinsarbeit auszuöauen. Dagegen ist wohl bei den höheren wie bei den niederen Schichten der Bildungsdrang derartig stark, daß einer sozial-pädagogischen Jugendbewegung ein umfangreiches Arbeitsfeld geboten ist. Daß dennoch soziale Arbeit innerhalb der jüdischen Jugendvereine geleistet wird, wird noch gezeigt werden. In einem Punkte können wir nicht völlig der Verfasserin beistimmen. Sie sucht die Ursache der Entstehung unserer Vereine ebenfalls und ausschließlich in sozialen Momenten. Sollten aber hierbei nicht die konfessionell-politischen Verhältnisse in erster Linie mitgespielt haben? Entstanden sind unsere Vereine in der Zeit, in der man allerorten begann, alle Hebel zu einer Wiederbelebung des jüdischen Bewußtseins in Bewegung zu setzen. Vorerst sollte der Jugend der neuerwachte Geist eingeslößt werden. Das aber konnte nur iu Gemeinschaftsarbeit geschehen und daher schuf man unsere Organisationen. Den letzten äußeren Anstoß, vielleicht auch die Beigabe, die die Neugründung schmackhafter machen sollte, mag mancherorts das soziale Problem gewesen sein. Wie sehr die Jugendvereine auch sozialen 'Zwecken dienen, ergibt sich gerade aus der vorliegenden Schrift, die diesem Zweig unserer Tätigkeit einen besonders breiten Raum widmet. In unserer Zeitschrift kann ich es mir wohl versagen, aus diese Arbeit näher einzugehen - hier dürfte unser sozial-pädagogisches Arbeitsziel mehr interessieren. Nur darauf sei hingewiesen/ wie durch die Fürsorge für Ortsfremde und Ausländer eine Tätigkeit entfaltet wird, von deren Bedeutung und Umfang sich der Fernstehende kaum einen Begriff machen kann. Das sozial-pädagogische Arbeitsziel des Verbandes yeißt Erziehung der Jugend zum Judentum. Nun ist das ein Begriff,

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