Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · p. 264

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Article
Zur Lage des jüdsichen Viehhandels
Date
1917-06-01
Page
264 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2316602-2316864-2316870-2352262--27305-2352381
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

264 Im Deutschen NeiH, die Tiere zum Einkaufspreis anzukaufen und Zu verwert Len; das' Geld solle z. B. auch dazu dienen, den weniger kapitalkräftigen Mitgliedern unter die Arme zu greifen, die jetzt im Kriege ihr. Betriebskapital auszehrten, da der Viehhändler, nur wenn er Kredit geben rönne, konkurrenzfähig sei; auch zur Beseitigung lokaler Uebelstände wolle die Bank beitragen. Zum Schluß zog der Vortragende noch einmal kurz das Resume seiner Ausführungen: er glaube nicht an die Fortdauer der Viehhandelsverbände nach dem Kriege, da es möglich sei, den Zuchtviehhandel von einer Zentralstelle aus zu führen: doch halte er auch Maßnahmen für erforderlich, da bei dem Uebergang vom Krieg zum Frieden die kriegswirtschaftlichen Zustände voraussichtlich noch auf Jahre hinaus beibehalten und so die Lage des Handels schwierig sein würde. Für diese schwere Zeit müsse sich der Viehhandel rüsten durch Aneignung von kaufmännischer Bildung und auch von Kenntnissen in der Tierheilkunde, Anschluß an die Organisationen und Uebergang zur Weidewirtschaft in möglichst weitem Umfange. Nachdem die Versammlung dem Vortragenden für seine interessanten und sachkundigen Ausführungen ihren lebhaften Beifall aus gedrückt hatte, entspann sich eine mehrstündige Debatte über die aufgeworfenen Fragen, die schließlich zu folgenden Resultaten und Beschlüssen führte: Es wurde als die Hauptaufgabe des Komitees festgelegt, für die Beschaffung von kleinen Wiesengütern Sorge zu tragen, auf denen eine Familie, die evtl, noch nebenbei Viehhandel betreibe, auch im Winter Milchwirtschaft treiben und so das ganze Jahr Beschäftigung und Unterhalt finden könne. Auf Anregung des Justizrat Dr. Francken wurde beschlossen, zunächst nur auf die Pacht und nicht auf den Ankauf der-! artiger Güter auszugehen, da auf diese Weise die Kosten des Verfahrens verringert würden. Mit der Beschaffung', von Land wurden einige Herren aus dem Komitee betraut, die wegen ihrer Sachkunde dafür besonders geeignet schienen. Ferner wurde durch Umlauf einer Liste festgestellt, daß sich unter den Anwesenden 14 Reflektanten befanden, die bereit waren, eine Weidewirtschaft zu übernehmen, wenn ihnen das Komitee finanziell und bei der Beschaffung der Objekte behilflich wäre; es wurde auch hervorgehoben, daß sich auch unter den jetzt im Felde Befindlichen Interessenten befinden. Nach einer längeren Diskussion über die Frage, auf welche Weise der nötige Geldfonds zu be^ schaffen sei, wurde schließlich ein Subkomitee von 6 Herren unter dem Vorsitz des Rabbiners Di*. Jaulus gewählt, das sich mit der Frage der Geldbeschaffung befassen, sich ferner

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.