Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Article
- Zur Lage des jüdsichen Viehhandels
- Date
- 1917-06-01
- Page
- 262 (sequence 3)
- Language
- German
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262 Deutschen Reichz am 17. März im Sitzungszimmer der 'Synagoge in Aachen eine' weitere Versammlung abgehalten, zu der sich außer den Ko-- rniteemitgliedern zahlreiche Viehhändler des Regierungsbezirkes! Aachen sowie auch Vertreter des Gemeindevorstandes und der Repräsentanten und sonstigen Interessenten, im ganzen etwa 50 Personen, darunter auch Herr Daniel, Eoblenz, 1. Vorsitzen^ der des Bundes der Viehhändler Deutschlands, eingefunden hatten. Der Zweck der Versammlung war, weitere Kreise der jüdischen Bevölkerung mit den Ideen und Zielen des Komitees bekannt zu machen und ihr Interesse dafür zu erwecken, .und außerdem einen Ueberblick über die bisher erreichten praktischen Resultate der Bewegung zu gewinnen. Ueber den Verlauf der Versammlung geht uns von Herrn Pincus, Aachen, folgender Bericht zur ,Zn einer Begrüßungsrede schilderte der Vorsitzende Rabbiner Or. Jaulus, noch einmal kurz die TaLfachen-- die zur Begründung des, Komitees geführt hätten, nämlich die trüben Aussichten des Viehhandels für die Zeit nach dem Kriege, und wies auf das dreifache Interesse hin, das für die Bestrebungen des Komitees vorhanden fei und das sich ja auch in der regen Anteilnahme weiter Kreise gezeigt habe, nämlich einmal das Interesse der jüdischen Viehhändler selbst, die jetzt zum Teil nur von ihrem Betriebskapital lebten und für die der Uebergang zur Weidewirtschaft eine neue Lebensmöglichkeit biete, ferner auch das Interesse der Stadt Aachen, die leicht durch den Zuzug mittelloser Kräfte des Biehhandels in Mitleidenschaft gezogen werden könne, und nicht zuletzt auch das Interesse der jüdischen Allgemeinheit, da es ja um das Schicksal vieler Tausender von jüdischen Viehhändlern gehe und da, wenn die Tätigkeit des Komitees in Aachen zu greifbaren Resultaten führen würde, die übrigen Gemeinden sich daran ein Beispiel nehmen und ähnliche Bestrebungen fördern und unterstützen würden. Darauf hielt der 1. Vorsitzende des Bundes der Viehhändler Deutschlands, Herr Hermann Daniel aus Coblenz, einen ungefähr einstündigen Vortrag, in dem er u. a. folgendes aussührte: Er beurteile zwar die Lage und die Zukunftsaussichten des jüdischen Viehhandels weniger pessimistisch, als der Vorredner, da sich der solide und kapitalkräftige Viehhändler vielfach eine Vertrauensstellung bei den Bauern oft durch Generationen hindurch erworben habe, die nicht so leicht untergraben werden könne; aber trotzdem halte er die Ziele und Bestrebungen des Komitees für durchaus notwendig und nützlich. Zur näheren Begründung gab nun der Vortragende zunächst einen allgemeinen Ueberblick über die verschiedenen Entwicklungstzadiens die der Biehhandel während des Krieges bisher