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Im deutschen Reich · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · p. 261

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Article
Zur Lage des jüdsichen Viehhandels
Date
1917-06-01
Page
261 (sequence 2)
Language
German
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'Zur Lage des jüdischen ViehchanöelZ. 261 finden konnte, hat sich aus bekannten Gründen seine Lage jetzt bedeutend verschlimmerte, und es ist sehr wahrscheinlich, daß es nach dem Kriege, wenigstens sür diejenigen Viehhändler, die über große Kapitalien nicht zu verfügen haben, nicht besser wird. Viele von ihnen blicken daher mit Recht sorgenvoll in die Zukunft. Denn wenn sie auch vorläufig von den Ersparnissen aus früheren Jahren leben können, so müssen sie doch daran denken, daß es nicht mehr lange dauern wird, bis dieselben ausgezehrt sind. Am traurigsten wird sich aber die Lage der zahlreichen jüdischen Viehhändler gestalten, die jetzt im Kriegsdienste stehen. Während der langen Dauer des Krieges, als sie keinen Erwerb hatten, wurde ihr erworbenes Vermögen, jedenfalls zum großen Teil ausgebraucht, und wenn sie nach Beendigung des Krieges ihre bisherige bürgerliche Beschäftigung wieder aufnehmen wollen, dann werden sie nicht allein ohne das nötige Betriebskapital sein, sondern auch erfahren, daß sie durch die veränderten Verhältnisse nicht mehr imstande sind, sich und ihre Familienangehörigen mittels des Viehhandels auskömmlich zu ernähren. Die Unterzeichneten, die von sich sagen können, daß sie mit den einschlägigen Verhältnissen gut vertraut sind, haben daher einstimmig beschlossen, den Viehhändlern dringend zu empfehlen, sich dem land w i r t s ch a f tli ch en Betriebe zu widmen, indem sie Wiesen- und Weidenland kaufen oder Pachten und Zucht- und Milchvieh halten. Verschiedene Viehhändler sind bisher so verfahren. Das soll aber jetzt in erhöhtem Maße geschehen; wobei nicht ausgeschlossen ist, daß sie nebenbei, soweit angängig, auch Viehhandel betreiben. Jedenfalls sollen sie den sicheren Rückhalt ihrer Ernährung im landwirtschaftlichen Betriebe suchen. Die Unterzeichneten haben sich zu einem Komitee vereinigt, welches nicht allein für Beschaffung geeigneten Landes, sondern auch der nötigen Betriebskapitalien Sorge tragen will. Jeder fleißige und vertrauenswürdige Viehhändler, der sich oder seinen Angehörigen, die noch draußen im Kriegsdienste sich befinden, eine möglichst ruhige und von schweren Nahrungssorgen befreite Existenz sichern will, möge sich daher baldigst — denn jetzt ist der günstigste Zeitpunkt für Ankauf oder Pachtung von Land — an einen der Unterzeichneten schriftlich oder mündlich wenden, wo ihm in der entgegenkommendsten Weife Rat und Beistand zuteil werden soll." Nachdem am 4. März die Gründungsversammlung des Komitees stattgesunden hatte und in den in Betracht kommenden Kreisen eine rührige Propaganda entfaltet worden war, wurde

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