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Im deutschen Reich · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · p. 249

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Article
Leopold Zunz's Arbeiten für das Judengesetz 1847
Date
1917-06-01
Page
249 (sequence 5)
Language
German
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Leopold Zunz, Iudengeseß- 249 Mann. Zunz's Stimme über den Gang der Verhandlungen im vereinigten Landtag sollte hier nicht in ausführlicher Weise niedergelegt werden, kurze Bemerkungen mögen genügen. Die Verhandlungen über den Entwurf, die Verhältnisse der Juden betreffend begannen am 14. Juni 1847. Referent war der Abgeordnete Sperling, der sehr energisch für die Juden eintrat. Redner des ersten Tages waren Plagmaün- Schaumann, von Gottberg, Kraf Renard, Milde, Werner, Möves, Fürst Reuß, Siebig, Naumann, Dittrich, Freiherr von Gafsron, Winzler, von Rath, von Beckerath, der aus dem jüdischen Religionsbuch Von Iohlson 1829 eine patriotische Stelle vorlas. Gegen die Juden d. h. für den Entwurf der Regierung sprach Staatsminister von Thiele. Er fand nur in dem Freiherrn von Mylius einen Bundesgenossen, wurde aber bekämpft von Eamphausen, Linsingen, Mevissejn, vor allem durch den Freihrrrn von Vincke, der sich in einer hochbedeutenden Rede gegen dgn „christlichen Staat" wwndte. ^Unmittelbar darauf ergriff der Staatsminiftrr von Thiele das Wort für den Entwurf, der einen Bundesgenossen in dem Abgeordneten Landsberg-Steinfurth fand, der zwar offen bekannte, daß er sich bisher niemals mit jüdischen Verhältnisses befaßt habe. Ihnen wurde in einer kürzen Gegenrede durch von Beckerath .erwidern Während in der ersten Sitzung die Freunde der Juden hauptsächlich gesprochen hatten, kamen in der vom 13. die Gegner mehr zum Worte, besonders Freiherr von Metternich und Herr von Manteuffel; nachdem der Regierungsvertreter Brüggemann versucht hatte, den „christlichen Staat" zu rechtfertigen, traten Hansemann und Diergardt lebhaft für die Juden ein. Besonders bemerkenswert an diesem Tage war die Rede des Abgeordneten von Bismarck-Schönhausen. Er bekannte sich offen als Gegner der völligen Gleichstellung. Einzelne seiner Sätze lauten: „Ich bxn kein Feind der Juden, und wenn sie meine Feinde seln sollten, so vergebe ich ihnen. Ich liebe sie sogar unter Amständen. Ich gönne ihnen auch alle Rechte, nur nicht das, iu einem ^riftlic^en. Staate ein obrigkeitliches Amt zu bekleiden." Im Verlaufe der Sitzung sprach dann der Abgeordnete von Sauckeü mit besonderer Entschiedenheit für völlige Emanzipation. Unter den Gegnern kam besonders Gregor zum Wort. Noch in derselben Sitzung begann die Eiüzelberatung. Sie erstreckte sich bis zum 19. Juni. In der Herrenkurie dauerteu die Verhandlungen vöm 14. bis zum 17. Iuniz die stenographischen Berichte über alle diese Verhandlungen füllen im Druck über 400 Seiten. Band 4, Seite 4704 bis 2131. Es ist natürlich hier ganz unmöglich die in der Einzelberatung gehaltenen Reden zu nennen oder gar zu charakteri-

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