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Im deutschen Reich · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · p. 247

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Article
Leopold Zunz's Arbeiten für das Judengesetz 1847
Date
1917-06-01
Page
247 (sequence 3)
Language
German
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Leopold Zu uz, Illdengesetz. 247 fort, ohne daß man für diese Personen ein Heloten-Bürgerrecht vorschlägt; zweitens ist es nicht abzusehrn, warum ein tüchtiger und ehrenhafter Mann weggcstoßen wird) bloß darum, weil noch Viele seines Glaubens nicht die Bildung von Geheimen Bäten haben. In dieser mit überflüssigen Auseinandersetzungen reichlich ausgestatteten Denkschrift wird nur im Vornbergehen «Seite 4) der onndesgesetzlichen Vereinbarung gedacht: der Artikel 6 der Bundesakte ist nicht darin zu finden. Streckfuß entschuldigt (Seite 21) die Negierung und sich selbst damit, man habe die Juden vergessen! Das Vergessen kann wenigstens jetzt nicht mehr dorgeschützt werden: trotz "Artikel 16, trotz Edikt von 1812, trotz des Mangels jedes vernünftigen Motivs, sollen wir, seit 35 Jahren Bürger, wieder isoliert werden., zu Aemrern, zum Richter- und Lehrerstand unfähig, von allen ständischen Rechten ausgeschlossen, den Sträflingen, den Besch ölte neu gleich, so daß wir, an der Stirn gezeichnet, als „Juden" unter den sogenannten Mitbürgern -einhergehen. Dies verfügt man, ohne uns die geringste Schuld vorwerfen zu können, nachdem wir vielmehr die unerhörtesten Anstrengungen gemacht; dies wird einseitig motiviert, ohne uns zu hören. Sine Beamten-Palany, in welcher wir keinen Glaubensgenossen zählen, proponiert -eine Repräsentation, die uns nicht vertritt, uns von allem auszuschließen, auf dem das eigentliche Staatsleben wurzelt. So können eingewurzelte Vorurteile, alter Haß verölenden! So können hochgestellte Personen, im Privatleben ehren- und gewissenhaft, als Partei groß-e. Ungerechtigkeiten begehen, weil man gegen das abgestumpft wird, das man zu verachten, zu mißhandeln von jeher gewohnt ist, weil man gegen Juden wie gegen Tiere «endlich hart und gefühllos wird. Zwar hat die überfromme „Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden" in ihrem Erlaß vom 1. Februar 1822 uns um Vergebung gebeten wegen der grausamen Unduldsamkeit, die man gegen uns geübt: aber eine fromme Liehe wäre doch schöner uls so höfliche Frömmigkeit. Eine Entschuldigung ist bei allen diesen Maßnahmen die große Anwesenheit, in denen mau über Juden und jüdisches Leben sich befindet. Hierzu der von Jugend auf eingeprägte Abscher!, und man hat den Schlüssel zu dem aus Ignoranz, Vorurteilen, Irrtümern zusammeugestoppelten Chaos, was man im vorigen Jahrhundert und zum Teil noch jetzt jüdische Gesetzgebung genannt hat. lieber Judentum, jüdische Geschichte und dergl. wird an keiner Universität gelesen; die Wissenschaft des Judentums ist nicht glücklicher als der Jude, sie ist nicht ebenbürtig. Gleicher Weise ist die jüdische Religion nur geduldet-, — das

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