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Im deutschen Reich · 1917-04-01 · Heft 4 (April 1917) · p. 151

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 4 (April 1917)
Article
Niedriger hängen!
Date
1917-04-01
Page
151 (sequence 3)
Language
German
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Niedriger hängen? 151 seien nun doch einmal der Wahrheit entsprechend, sowohl der Briefwechsel zwischen dem holländischen Juden und dem zionistischen ZeitnngsblaLte, wie auch die Tatsache, daß die Mehrzahl der holländischen Juden deutschfeindlich ist. Wir deutschen Juden sind, so wird man uns Vorhalten, mit keinem Worte in dem Aufsatz angegriffen worden; es wird uns als eine übermäßige Empfindlichkeit ungerechnet werden, wenn wir uns über den Ar- Likel beschweren. Zur schlagenden Widerlegung solcher begütigenden Redensarten sei ein Vergleich angestellt: Häufig schon ist heroorgehoben worden, daß wir Deutsche heute unter den Völkern des Erdkreises ein ähnliches Schicksal erleiden, wie wir Juden es seit .Jahrhunderten gewöhnt sind: Wir werden angefeindet, gehaßt, verachtet, unsere guten Eigenschaften werden verrannt, unsere schlechten Eigenschaften übertrieben, alles ohne ersichtlichen Grund, es sei denn, daß Haß, Reid, AmversLand als Gründe gelten sollen. Run wissen wir, daß in Deutschland wir Juden, entgegen dem Wortlaute unserer vorzüglichen Gesetze, tatsächliche Gleichberechtigung noch niemals erlangt haben; vor allem zeichnen sich die staatlichen Behörden dadurch aus, daß sie an sich durchaus geeignete Bewerber jüdischen Glaubens in bestimmte Beamtenstellungen niemals aufnehmen, es sei nur an die Regierungslaufbahn, vor dem Kriege an die Offizierslausbahn erinnert, und daß. auch in den übrigen Beamtenkreisen leitende Stellungen jedenfalls in Preußen niemals an Juden bisher vergeben worden sind; wenn aber ein solcher Bewerber den Glauben seiner Vorväter verläßt, und mit mehr oder weniger lUbex^iiQiing§ivai^ eines der christlichen Bekenntnisse annimmt, so gelingt ihm der Aufstieg bis in die höchsten Rangstellen des Beamtenstandes. Das sind Tatsachen. Wenn nun mitten im Kriege in einem neutralen Staate eine Zeitung diese bedauerlichen Verhältnisse in einem Artikel behandeln würde, so hätte jeder Deutsche die berechtigte Empfindung, daß der deutschen Sache ein schlechter Dienst geleistet werde, daß eine unfreundliche Handlungsweise darin erblickt werden müsse, daß dieser Bericht, in schwerer Lage des deutschen Reiches versaßt, geeignet ist, den Deutschen als solchen, nicht etwa nur den schuldigen Stellen Sympathien zu entziehen und Vorurteile in dem betreffenden Lande hervorzurufen. Genau, so verhüllt es sich mit dem Aufsatz der Kölnischen Zeitung und den Juden. Die Kölnische Zeitung weiß so gut wie wir alle es wissen, daß während des Krieges nicht etwa ein Abflauen der häßlichen antisemitischen Strömung stattgefunden hat, sondern daß im Gegenteil eine das Maß bisheriger Angriffe weit übersteigende Flut von schmutzigen antisemitischen Beschimpfungen über die deutschen Juden sich ergossen hat, die deutschen Juden, die als Soldaten und Staatsbürger in der Heimat ihre Pflicht nach besten Kräften, und häufig weit über ihre Kräfte hinaus getan

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