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Im deutschen Reich · 1917-03-01 · Heft 3 (März 1917) · p. 128

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 3 (März 1917)
Article
Mitteilungen der Hauptstelle für Berufsberatung der Juden
Date
1917-03-01
Page
128 (sequence 4)
Language
German
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128 Im Deutschen 9tctd)< nach dem Tode fallt fort. Das sind Faktoren, die in vor» Lcilhaftcr Weise Einfluß ausübcn.^ Die Zeit ist günstig. Unter dem. frischen Eindruck der EinmütigleiL und Dankbarkeit werden Regierungen und Stadtverwaltungen dem Eintritt von Juden als Beamten keinen Widerstand eirtgegensetzen, weder d-en Kriegsbeschädigten. noch den Gesunden. Leisten deutsche Inden die Bslichten als Beamte in zufriedenstellender Weise, bewähren sie sich im Dienst als Zuverlässige. diensteifrige, pflichttreue Menschen, und es ist lein Zweifel, das; sie es tun werden, so wurde die Verwendung in der höheren Beamtenschaft bedeutend erleichtert werden.. Ganz unbeschadet dessen, daß schon be- ' fähigte Inden iu die höhere Verwaltung berufen werden könnten.. Bur dürfen wir uns keiner Täuschung hingeben, es wird nicht so leicht eine große Zahl deutscher Inden. tu der Beamtenschaft untcrgebracht werden. Die Verwaltungen werden sich sträuben, eine größere Zahl aufznnehmcn. Großer ist das Hindernis in der Veanrtenschaft selbst, (sie bildet eine geschloffene Körperlschaft mit ganz bcstimmLGii Aeberlieferungen, die sic nicht leicht entfgeben wird. Sie wird einen passiven Widerstand entgegensetzen, sie wird die Juden als Eindringlinge betrachten, ihnen das Leben schwer machen, sie derart behandeln, daß sie nach einiger Zeit ansschcDen, weil sie die Zurücksetzung nicht ertragen werden. Es müßte darauf gesehen werden, das; gut erzogene» charaktervolle Glaubensgenossen mit guten Verkehrsformen sich als Beamte melden. Und diese müßten es auf sich nehmen, im Interesse ihrer selbst und der Allgemeinheit» sich iu der christlichen Beamtenschaft durchznscäen. Man mühte die jüdischen Beamten vereinigen, sie über die Aufgaben belehren, sie im Ansharrcn bestärken. . . . Es wäre auch zu wünschen, daß die jüdischen Beamten in die bestehenden Veamtenvereinignngen eintreten; sie müßten sich eines ruhigen zurückhaltender:' Benehmens befleißigen. Es Lounnt in der Tat auf die ersten Jahre der beamtlichen Tätigkeit an. Sie geben beit Bus schlag für die spätere Zeit. Es wird aber eine genaue Auslese getroffen werden müssen, davon hangt die Bewährung ab . . Auch wäre anznstreben, daß deutsche Inden in visl größerer Anzahl zu Unteroffizieren und Feldwebeln befördert werden. Voraussetzung ist dafür, daß Inden, sich zu aflfexut heer<Bdteiist für die vorgeschriebene Reihe von Jahren verpflichte!:. Ueberhau.pt sollten, sich deutsche Inden zur militärischen Laufbahn entschließen. Mair konnte es ihnen nicht verargen, wenn sie es bisher nicht getan haben» sie halten ja keine Aussicht befördert zu werden. Man kann annchmen. daß fortan eine Wandlung otnlrclcu wird, und es ist den deutschen Juden sehr zu raten', der: militärischen Beruf zu erwählen/ ES ist dringend zu wünschen, daß die dankenswerten Anregungen möglichst weite Verbreitung, aber auch praktische Betätigung finden. Die tzauptstelle für Berufsberatung berauben ist, wie bereits wiederholt betont, für g?eignate Bewerber zu jeder Unterstützung bereit. Sie erteilt Auskunft über die Vorbedingungen, die Art der Bewerbung und die Aussichten bei den einzelnen Beamtenlaufbahnen. Sie vermittelt i,n. geeigneten Fallen Stipendien für die Dauer de§ Supernumeriats. Sie ist auch in der Lage, junge Leute, die sich einem bestimmten Zweig der Beamtenlaufbahn widmen 'wollen, mit Beamten

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