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Im deutschen Reich · 1917-03-01 · Heft 3 (März 1917) · p. 127

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 3 (März 1917)
Article
Mitteilungen der Hauptstelle für Berufsberatung der Juden
Date
1917-03-01
Page
127 (sequence 3)
Language
German
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Mitteilungen der Hairptsielte für Berufsberatung usw. 127 '^stcliung und zum selbständigen Verdienen vergehen Esse, wie ibtc Aussichten unter den gegebenen VerhKtnifsen wären. ''Rach einer Einleitung iwer die^gcurze Veranstaltung folgten vbic Vorträge über das juristische c-tirdium, über das Studium .der alten Sprachen und der Geschichte und über das Studium ^dcr Äzeologie. Sie wurden alle von Fachmännern gehalten:, und so werden in diesem und beit folgenden Wintern nofy sprechen ein Arzt, ein Archivar, ein Naturwissenschaftler, ein Offizier, ein $%utfu*cvnn, Chernrker, Verwaltungsboamter, In« .dnstrieller usw., so bah Vertretet' aller möglichen Berufsarten zu Worte kommen. Wie der Bericht sagt, und wie cs wohl bei einer solchen ErnrKhtung der Vorträge nicht anders sein konnte, chat schon der erste Versuch in mehreren Fällen ihre Berechtigung gezeigt, indem unter den Einfluß der Vortrage die schon getroffene Entscheidung abgeändert wurde, Auch machte eine Anzahl von Schülern von dem Anerbieten der Asdner Gebrauch, sich .in persönlicher Vaft)rechung noch weiter Bat zu Holen. Auch wird man es wohl verstehen, wenn mit voller Genugtuung der Bericht einen weitern, nicht unbeträchtlichen Gewinn der .Einrichtung darin erkennt, daß eure Anzahl angesehener Männer, die sonst dem Leben der Schalle fenrstanden, jetzt mit der Dchnle in enge Verbindung traten, was wieder für das Ge» samtleben der' Schule und ihre Stellung zur Bevölkerung von Wichtigkeit ist." Es dürfte sich empfehlen, daß' mit Hilfe der Berufsbera« iungsslellen und, soweit solche noch nicht bestehen, durch andere jüdische Einrichtungen an den einzelnen Orten ähnliche Versuche gemacht werden. Die Hauptstelle für Berufsberatung stellt gern hierzu Material zur Verfügung. Die Bedeutung öcr mittleren ^eamtenlaufbahn. Einem interessanten Aufsatz des (Herrn Geh. Sauitätsrats Maretzki aus der Beilage „Zum Bericht der Großloge für Deutschland A.O.V.B." entnehmen rmr die folgenden Sätze: „Wenn der Eintritt einer größeren Zahl deutscher Juden in die Negiernngs- und Ofstzierslaufbahn ermöglicht werden sollte, so sind die dahingehenden Bestrebungen sicherlich gut gemeint, aber diese Schicht entscheidet nicht allein die Zukunft der deutschen Irrden. VielmAr sollte die mittlere nnb untere Beamtenschaft erstrebt werden. Die höhere Beamtenschaft ist nur einer kleinen Zahl zugänglich und könnte allenfalls nur von wenigen Juden erreicht werden. Dagegen umfaßt die mittlere und untere Beamtenschaft breite Schichten der Bevölkerung und rekrutiert sich aiB dem dichten Mittelstände. In diesem sind die deutschen Juden stark vertreten. Da müßte der Hebel angesetzt werden, und es müßten alle Anstrengungen gemacht werden, das; den Juden in großer Zahl die Beamten- .karriere eröffnet wird. Die Beamterrtanfbahn ist von weittragendster Bedeutung auch für das Aerventeben der Juden. Die gleichmäßige,, tägliche Arbeit in abgemessenem Zeitraum bringt den Beamten Stetigkett und Buhe. Des Dienstes ewig gleichgestellte Ahr wirkt beruhigend auf die Psyche» läßt keine Wallung aufkommen, bepnftigt die Affekte» das Jagen und Hasten findet bei den Beamten keinen Raum. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind geordnet» die Sorge für Alter und Familie

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