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Im deutschen Reich · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · p. 68

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Article
Aus der Seele unserer jüdischen Kriegsteilnehmer
Date
1917-02-01
Page
68 (sequence 4)
Language
German
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63 Jur Deutschen Reich. lassen und alle Kriegsauszeichnungen erioorben haben: ich habe auch Hilden im Regiment gekannt, die in den Kanzleien beschäftigt, tagtäglich in die vorderste Linie kanren, nur Befehle nsw. zu iiberbringen, und ich l-abe auch nicht ein einziges Mal darüber rcbeu höcen, da st die Inden des Reginrents nicht voll ihre Pflicht erfüllt hätten. Und da must mau sich den Klagen aus der Bevölkerung gegenüber rechtfertigen!! Also Leute, die selbst noch keine Kugel pfeifen oder eine Granate brummen hörten, wühlen all' die schöne Begeisterung, tnit welcher der Jude wie der Nichtjude in den Krieg zogen, in den Schmutz und wollen Statistik gemacht haben, ob nicht ein Jude zu viel als Beamter zu Hanse sitzt. Ich stehe auf den: Standpunkte, der Jude ist es sich schuldig, lueit mehr als der A'ichtjnde zu zeigen, daß er weder an Mut noch sonst einer nrilitürischen Tugend hinter seinen christlichen Mitkämpfern znrücksteht. Und er hat es gezeigt'/ — Aber woran liegt die Schuld, daß es soviele jüdische Lazarett- und Proviantanitsinspcktorcn usw. gibt? Im Frieden war es ja der weitaus gröstten Zahl der jüdischen Einjährigen versagt, irgendeine höhere militärische Beförderung zu erreichen --- ich kann darüber ohne Verärgerung reden, weil ich selbst nicht zu diesen gehöre — -mib so lag es eben an unseren Fricderrsvorgesei.uen, das; die Aichtgnatisizierten sich irr eine Bahn drängen ließen, in der sie eben auch „Karriere machen" konrrten. Und so wurden sie schon im Frieden Beamtenstettverlreler unb zogen als solche in den .Krieg. Und haben sie da nicht ihre Psticht erfüllt?" Das sind Stinrmen ans der Seele von jüdischen Kriegsteilnehmern, welche überall in der Heimat gehört und beherzigt zu werden verdienen. Und was werden irr ihrer: verwundeten Herzen die Bäter und Bcütter empfinden,, die dem Baterlande das Opfer cirres hoffnungsvollen Sohnes gebracht haben und zum Tanke und zum Tröste dafiir den Verdacht raunen und lantroerden hören: „die Inden find Drückeberger?" Wir Juden sind seit dem Auftreten?lvions des Alerandriners zr: allen Zeiten gezählt und gernnstert worden und sind ans jeder Zählung und Musterung gerechrserligi hervorgegangen. DaS wird auch diesmal der Fall sein. Wir wollen unsere Pflicht leisten gleich alten unseren Mitbürgern und fordern unser Recht als Deutsche und als Juden. Beides ans sittlichen und patriotischen Gründen. Gleichviel ans rvelchen Abslcknen und zu tvelchem Zwecke eine Zahlung vor oder hinter der Front gefordert und vorgenommen wurde, gleichviel auch wie die gleich einer wächsernen Nase drehbare Statistik aussallen mag,, der Schaden, der dadurch in politischer und moralischer Beziehung bereits angerichtet wurde, ist nicht wieder gut zu urachen. Unsere gezählten

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