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Im deutschen Reich · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · p. 67

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Article
Aus der Seele unserer jüdischen Kriegsteilnehmer
Date
1917-02-01
Page
67 (sequence 3)
Language
German
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Au<. der 2'rrfo unserer jüdischen .suirnC-lrifi?rf)inrr. (.1 Siumnt sind die. Gräber unserer Gefallenen. Auch aus himmlischer Heldenhalle tönt keine .Autrvort uns zurück. Wohl aber aus den Schützengräben. Ein Feldgrauer, der seit August Ü)U draußen als Offizier dient, schrieb nur im Mai Hilf» : „Ich wage nicbt zu hoffet:, daß der Antisemitismus nach dein uriege aushören wird, denn solange es arm und reich gibt, solange gibt es Neid und Miß' gnttst imb folglich Massen- und Rassenhaß. Aber man wird doch daran denken, das; die deutschen Inden nicht äuritcfftanbeu hinter den deutschen .Christen, daß die einen so gut wie die andern Gut und Blut fürs Vaterland opferten und daß insbesondere die den Juden so oft angedichtete Feigheit ins Reich der Fabel gehört, genau so wie der Rituatmord. Ueberhanpr hat der Krieg, soweit ich es zu beurteilen in der Lage bin, ein wunderbares Zusammengehörigkeitsgefühl erweckt, wie wir cs vordem nie gekannt haben. Gerade jetzt, wo ich doch in den Kreisen verkehre, die man vordem die exklusivsten zu nennen pflegte, Adel und Offiziere, kann ich das feststellen. Wir verkehren kameradschaftlich untereinander, trotz der ganz verschiedenen Gesellschaftsschichten, -denen wir angehören. Da sind Grafen und Barone, Richter, Rechtsanwälte und Kaufleute, aber auch ehemalige aktive Unteroffiziere beisammen, die sich durch Tapferkeit vor den: Feinde die Osfiziersachsetstücke und dadurch die Gleichberechtigung erworben haben. Man hat das Gefühl, daß nran beginnt die Menschen nach ihrem Persönlichkei tswerte einzuschätzen. An: meisten und, beinahe möchte ich sagen: am liebsten, verkehre ich hier mit den zwei Divisionsgeistlichen^ dem protestantischen und katholischen, zwei prachtvollen Männern mit gesunden Anschauungen, die selbst miteinander stets int bester? Einvernehmen sind." Welche Enttäuschung mag nun der wackere Schreiber dieser Zeilen, Soldat mit ganzem Herzen, erlebt haben, als er draußen vor dem Feinde hören wußte, daß daheim die Bestrebungen einen Sieg davon getragen, die er durch das kameradschaftliche Zusammengehen aller im gleichen Schritt und Tritt bereits überwunden glaubte? Ich bin in der Lage, auch von dieser: bitteren Empfindungen ein beredtes Zeugnis und einen unmittelbaren Ausdruck mitreilen zu fömtcn. Einer der Gezählten macht seinem Herzen Luft mit folgender Feldpost: ,-Die Schamröte steigt einem ins Gesicht, wenn man als deutscher Offizier mit Rücksicht auf seine Konfessionszugehörigkeit sich zählen lassen muß. Ich war seit Anfang des Feldzuges schon als Leutnant in einem Landwehrregiment, in dem ich mir das Eiserne Kreuz und den militärischen Verdienstorden erwarb, ich habe neben mir eine große Anzahl Juden stehen sehen, die es an vorbildlicher Tapferkeit nicht haben fehlen

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