Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Article
- Hauptversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 60 (sequence 12)
- Language
- German
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CD Jur Deutschen Svcfd). vollen Mitteilungen, die insofern von Wichtigkeit sind, als nach dem .Kriege die Monopolisierung mancher bisher freien Berufe zu erwarten steht. Für geseßestreue Juden wird bei der Wahl der Berufe auf die Möglichkeit der Sabbathheitigung gebührend Rücksicht genommen tverden. Das auf einer Fülle tvertvoller Studieuergebllisse aufgebarrte Referat wird mit lebhaftem Beifall aufgenomrnen. Sehreingebend und aus gediegener, gründlicher SachkenntniA heraus bespricht Herr G m i l W a l d st e i n aus Breslau die Berufsberatung und die in Breslau mit großem (5ruft geleisteteil Vorarbeiten auf diesen: Gebiete. Gr weist auf die dringende Notwendigkeit einer Berussuiuschichtuug innerhalb der Jndenheit hin mit Rücksicht auf die Tatsache, das; 8<> Prozent der Juden in den großen Städten wohnen, gegenüber von nur 23 Prozent der uicbijüdischen Bevölkerung, die auf die großen Städte tonnnen. Gr weist auf mancherlei Theben len beziiglich der Berufsberatung hin, aber nicht nur — nach einem Baiserwort — zu einem „ja aber", sondern um zu einen: „j a also" zu gelangen. Auch seine gehaltvollen .Anführungen tverden bon lebhafrem Beifall begleitet. Herr Laster-Hamburg rat, iu die Bernfsberatungsstelle nur geeignete Personen zu wählen. Ferner u:üsse geprüft werden, ob die Knaben, die sich turnt Harrdwerk zruvenden, auch für dieses geeignet sind, damit sie es nicht später wieder, an den Nagel hängen. In die Hauptstelle für Berufsberatung gehören vor allen: Handwerker, Lehrer und Aerzte. Herr R a b b i u e r Dr. K a e l t e r - D a n zig! Die Ztveigberntungsstellen sollen mit der: interkonfessionellen zusammenarbeiten. Die Beratung der weiblichen Jugend, die bisher von den: Indischen Frauenbund besorgt sei, müsse von diesem mit aller Gnergie aufgenomrnen tverden. Bor allen: dürfe mit der Beratung nicht gewartet werden, bis mau au uns herantritt^ sondern wir müssen rrns an die zu Beratenden Wender:. Irr: Schlußwort dankt'Herr Nechtsarnvalt Bann: für die Anregungen, denen er durchweg zustimmt nnb erklärt noch insbesondere, daß die Berufsberatung der Frauen in Aussicht gekommen sei. Die Resolution: „Die Hanptstelle für Berufsberatung der Juden möge bei ihrer: Einrichtungen die Obhut des Sabbaths durch Vermeidung von Werktagsarbeit für diejenigen zu ermöglichen suchen, denen die überlieferten Sabbathgesetze unverletzliches' Heiligtum fiitb" wird einstimrnig angenornmen. Punkt 5 der Tagesordnung: Dorstandswahl. Von den 10 ausscheidenden Vorstarrdsnritgliedern rvnrden 18 wiedergewählt. An Stelle des durch Arbeitslast verhinderten