Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Article
- Hauptversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 61 (sequence 13)
- Language
- German
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Amschau. M Herrn Rechtsanwalts Nathansohn-Deesden wird Zerr fiaufmautt Leopold Eger-Ehemuitz gewählt. Zerr Richard Cassel erstattet den Revisionsbericht, wonach er die .Slaffc geprüft und tu Ordnung gefunden hat, woraus die Versammlung dem Vorstände die Entjaßuug erteilt. Gegen u,5i ühr schließt Herr Juftizrat Hör Witz mit besten: Dank au die Delegierten bic Tagung. Cr weist darauf hü:, daß wir alle unter dem Eindruck des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen Anreritas zu Deutschland stünden. >. Dies tonne uns nur veranlassen, uns noch urehr als bisher zusammenzuscharen in Einigkeit und Vertrauen auf unsere .Heeresleitung. Herr Direktor Baru ch-Her f ord bringt darauf auf den Leiter der Versammlung, Herrn Justizrat Dr. Horwitz, ein dreimaliges Hoch ans, in das die Versammlung begeistert einstimmt. * Ans das an Seine Majestät den Kaiser gesandte Hnldigungsrelcgramm ist die nachstehende Antwort eingegangcn: ,,Seine Majestät der Kaiser lassen dem Centralverein deutscher Staatsbürger jiidischen Glaubens für den Hnldigungsgrnß und das Gelöbnis der Treue bestens danken. gez. Kabinettsrat von Dalentini". % Umschau. Ein neues Kapttel in der Geschichte dieses merkwürdigste alter Kriege hat begonnen, das bewegteste, das gewaltigste, hoffentlich auch das letzte Kapitel. Stärker als je zuvor flaclert, geschürt von Haß und Leidenschaft, die Kriegsbegeisterung auf — hoffentlich ein Aufflackern vor dem Verlöschen. In allen am Kampfe gegen Deutschland beteiligten Ländern wird mit heißem Eifer zusammengerafft, was noch an Kräften übrig war, wird mit allen Mitteln der Siegeswille ausgepeitscht zum Entschluss zur Tat. Zu Wasser und zu Lande bereiten sich die großen Entscheidungen vor, die Gestalt und Schic!sal der Welt bestimmen sollen, und gespannt, atemlos folgt die Menschheit dem Gang des gewaltigsten aller Erdenschickfate. In solcher We.ltverfassung wäre es geschmacklos und kleinlich, von den inneren Angelegenheiten der deutschen Judenheit viel Aufhebens zu machen und inmitten großer Welterschütterungen lange bei den verhältnismäßig geringfügigen Gegensätzen zwischen Judentun: und Anti-* .scmitismus zu verweilen. Es wäre kleinlich, wenn nicht der hegen Deutschland angefachte Krieg mit allen Methoden des Antisemitentrrms geführt, ein getreues, wenn auch freilich ein vergröbertes und stellenweise verzerrtes Spiegelbild der deutschen Inden- Hetze böte. Es ist, als ob die Engländer, Franzosen, Italiener bei .unjeren Antisemiten in die Schule gegangen und nunmehr