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Im deutschen Reich · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · p. 59

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Article
Hauptversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Date
1917-02-01
Page
59 (sequence 11)
Language
German
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Hauptversammlung des Ccutralvereins usw. 59 Herr Man es-Düsseldorf stimmt den Klagen über die geschmacklosen Kinofilms zu nnd erwähnt, daß ln Düsseldorf der dortige Rabbiner Or. Eschelbacher in Zensurlommission für Kinofilms gewühlt wurde. Redner bettagt es, daß die antisemitischen Films vielfach ins Feld gesandt werden. Der Vorsitzende, Justizrat Dr. H.orwitz, erwähnt, daß Schritte in dieser Beziehung auch irr Berlin getan seien. Die Berliner Zensurbehörde holt jetzt in allen erforderlichen Fällen das Gutachten eines Rabbiners ein. Neber die Berufsberatung erstattet nunmehr Zerr Rechtsauwalt Or. Baum einen ausführlichen nnd fesselnden Bericht. Die neugeschaffene linb bei aller Wahrung ihrer Selbständigkeit seit einem halben Jahre dem Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens angegliederte Hauptstelle für Berufsberatung ^der Inden widmet alle Kräfte der Durchforschung ihres Gebietes, der Herbeiscbafsnng alles zuverlässigen Austnnftsmaterials hat sogar schon praktische Betätigung geiibt, fotucit dies seht geschehen lann. Arrcl? eine Abteilung für Frnllenberufe unter Mitwirkung des Jüdischen Frauenbundes ist eingerichtet. Tie Berufsberatung ruendet ihre besondere Aufmerksamkeit einer besseren Verteilung der Inden in Stadt und Land, einer zweckmäßigeren Einreihung der Juden in bisher vernachlässigte Berufe zu, um so der Stärkung der Mittelstandsexistenz ju bienen nnd der um sich greifenden Ehelosigkeit zu begegnen. Rach dem Kriege wird die Menschenökonomie unser oberstes Gebot sein; es wird gelten, jede Kraft an den Matz zu stellen, wo sie der Gesamtheit am besten dienen und sich am nützlichsten betätigen kann. Die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten bleibt interkonfessionell. Die. Berufsberatung wird sich den Uebergang der jüdischen Jugend zu mehr körperlicher Tätigkeit angelegen sein lassen, wird für neue Betätigungsgebiete sorgen, zur Verwendung der Kräfte, die durch Monopolisierung ausgeschaltet sind, wie etwa im Viehhandel und wohl auch im Getreidehandel. Ein Preisausschreiben für Arbeiten auf diesem Gebiete soll erlassen werden. Jetzt schon ist man darin einig, die jüdische Jugend von der Jurisprudenz, der Medizin, dem kaufmännischen Beruf mehr zur Technik, zum Bau- und Jngenieurfach, Zahntechnik usw. zu lenken. Die Berufsberatung soll möglichst früh, schon gegen Abschluß dev Schulzeit einsetzen. Der ländlichen Ansiedlung wird alle Aufmerksamkeit zugewendet und auch auf die Verwendung der Frau, in Landwirtschaft und Gärtnerei wird Bedacht genommen. Ein Lehrgut größeren Umfangs soll in der Nähe von Berlin zur Heranbildung jüdischer Ackerbauer und Gärtner erworben und entsprechend ansgestaltet werden. Für die Verwendung der Juden in den mittleren Beamtenberufen ist ausgiebig Gelegenheit vorhanden. Redner macht in dieser Richtung manche wert-

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