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Im deutschen Reich · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · p. 58

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Article
Hauptversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Date
1917-02-01
Page
58 (sequence 10)
Language
German
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Im Deutschen Reich. bergerei und Wucher haben mit der Konfession nichts zu tun. Wenn aber ein Abwägen einerseits der Leistungen für das Vaterland, andererseits der Perfehlungen vorgenonlnren lverden soll, danll Hülfen wir: Wir Inden werden dabei nicht schlecht abschneiden. Lassen wir uns tragen vom Bewußtsein der erfüllten Pflicht uitb Non der Ueberzengnng: Treue dem Vaterlande ist auch Treue fiir die .Glaubensgenossenschaft. (Stürmischer Beifall.) Herr Max Epfte irr-S traß b nrg, Els. überbringt den Gruß seiner Ortsgruppe und den Dank fiir alte der dortigen jüdischen Kriegsfürsorge gewidmeten Unterstützungen, sowie das Gelöbnis künftiger treuer Werbetätigkeit für den Centralverein. Herr R e ch t s a n w a l t Goldberg-Plauen i. V. berichtet über dortige Erfahrungen mit eingewanderten Juden aus dein polnischen Besetznngsgebiete. Nach der Panse nimnlt Rechtsanwalt Bo chm das Wort znm Bericht Liber „Die Tätigkeit des VereinovorslandeS". Wenn, unserem alle Kräfte anivanneuden Kriege nach ansteu ein innerer Friede entspreche!: sollte, so hat er dem deutschen Judentum gegenüber nicht lange gedauert. Die Feindseligkeiten regten sich bald wieder und Anzeichen einer Sammlung der antisemitischen Kräfte zu einen: späteren Angriff mehren sich von Tag zu Tage. Der Vorstand hat es an Wachsamkeit nicht fehlen lassen und hat auch, wo es nötig schien, den Schutz der Behörden in Anspruch genommen, bei denen er überall das wünschenswerte Wohlwollen fand. Zn dieser Wachsamkeit gehörte eine sorgsame Beobachtung der antisemitischen Presse, die jede kleinste Verfehlung irgend eines anscheinend jüdischen Händlers in irgend einem Wellwinkel registriert, oft mit den: bedeutungsvollen Zusatz: „Volksgenossen, merkt es Euch." Den: Unfug antisemitischer Kinovorstellungen zu begegnen, war der Vorstand ebenfalls bemüht. Leider sind derlei läppische Kinofilms znm Teil von Juden ansgesührt, von jüdischen Unternehmern verbreitet und werden non gedankenlosen jüdischen Zuschauern belacht. Hier ist nur Selbsthilfe, Protest einer geschmackvolleren jüdischen Bevölkerung am Platze. Der Redner berichtete dann Liber die Entwicklung der Zeitschrift, über die Begründung einer den Blattern zugehenderr Korrespondenz, Liber die dem Jugendbund gewidmete Aufmerksamkeit des Vereins, wie über das Interesse, das allen jüdischen Organisationen ständig entgegengebracht nuvb. ■ > Der Berichterstatter schließt mit der Bitte an die Dele- 'gierten um rege Anteilnahme au den Arbeiten des Vorstandes. „Nur wenn wir von Ihnen ständig Anregungen empfangen und in dauerndem Zusammenhänge mit den Ortsgruppen bleiben, können wir Ersprießliches leisten. Mehr als je heißt cs, „alle Mann an Deck, znm Kumpfe nach den: Frieden!" (Verfall.)

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