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Im deutschen Reich · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · p. 57

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Article
Hauptversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Date
1917-02-01
Page
57 (sequence 9)
Language
German
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Houplva-sammlurrg bi’5 (SrnlndmTii!$ nsw. 57 Er Wörde auf der einen Teile den Abfall verstärken und auf der andern bcn Naturalismus fördern, der uns vom Vaterlande lostösen will. Bei allen Verschiedenheiten in der Taktik müssen wir einig sein in dem Entschlüsse, auf der Wacht zu stehen und den alten jüdischen Optimismus aufrecht zu erhallen, verbunden mit dein tatkräftigen Willen zur Bekämpfung aller .Angriffe auf unsere. Gleichberechtigung. wie auf unsere ^ngehörigleit zu dem Delltschtnm. Dem Mehr an Judenhaß müssen tvir ein Mehrall Organisation enrgegenstcllen, denn die Fukunft des ganzeir deruschen. Judcnuirns stiegt ans den Schultern des liemraa Vereins. Er muß ein herein bleiben und darf itul)t zur Partei iverden. Was gegen den Een-tralverein geschieht, geschieht gegen die Znlnnst des deutschen Jndcutiuns, eine chuknnsst, die er sich selbst zu schaffen har, durch eigene Kraft. (Beifall.) Geh. Justiz rat Fu chs als zlueiter Verichlergatter spricht vcnr der Entlvicklung, die zur Verschmelzung von Judentum mcd Deutschtuur geführt hat. ihkmit der Krieg in fetueut Beßiun eine übertriebene Hosfnungssrelldigkcit enuertt hat, so darf die Enttäuschung, die nicht ausbleiben tonnte, leine übertriebene Terstimruung Hervorrusen. Haben nur erst himmelhochjauchzeud das Ende des Antisemitismus begrübt, so dürfen roir nicht zu Tode betrübt feilt durch sein Fortbestehen. Wenn bei bat unteren Organen die judenfeindtiche Tercdenz uocC; sortwirkt, so ist dafür die Negierung vorurteilsloser geworden. Man mußte da cdemtcu, daß Deutschland sich den Luxus des Antisemitismus und des Antiklerikalismus nicht mehr gestatten kann, wenn es der Gegnerschaft draußen in der Welt H.err werden will. Unsere Feinde krebsen bei den Neutralen mit der Behauptung, Deutschland sei der Hort des Feudalismus,- der Reaktion und des Antisemitismus. Wenn mnu dagegen einwendet, daß doch and) Rußland zu unfern Feinden gehört, wird uns eutgegengehalten, Rußland ist kein Kulturstaat, während Deutschland bcn Antisemitismus theoretisch und wissenschaftlich pflegt; ein Buch sei eben schlimmer als ein Pogronr. Die Re- 'gierung hat Erfahrungen gemacht, au delten sie uick)t vorübergehen kann. Wir aber werden nach dem Kriege weniger gegen Einzelersd)einungen des Antisemitismus anzukämpfen, als die Weltanschauung und die Grundgedanken unseres Eentralvereins zur Geltung zu bringen haben, die Anschauung, daß Treue gegen das Judentum eins ist mit der Treue zum Baterlande. In der Werbetätigkeit für diese unsere Weltanschauung sind wir insbesondere in Bezug auf die Jugend noch nicht auf derH.öhe der Aufgabe. Die uatioualiftisd)en Vereine sind uns mit ihrem Eifer auf diesem Gebiete überlegen. Im übrigen wollen wir uns, den großen Gesichtspunkten zugekehrt, mit den Einzelerscheinungen des Antisemitismus, weniger befassen. Drücke*

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