Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Article
- Hauptversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 56 (sequence 8)
- Language
- German
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rr' Im Deutschen Reich. auf die Gerechtigkeit, auf -die Führer des deutschen Vaterlandes' und Führer der deutschen Judenheit. Geh«'im rat Cassel erhält das Schlußwort. Cr spricht seine Befriedigung darüber ans, daß die Diskussion in einer Form gehalten war, die den vaterländischen Interessen und der Würde des deutschen Inden entspricht. Cr sch lieht mir einem packenden Aufruf an die Vaterlandsliebe und mit dem Nilsdruck der zuversichtlichen Hoffnung auf den glorreichen Sieg der deutschen Sache. Von der Abfassung und Annahme einer Resolution nahm die Versammlung Abstand. Die Empfindung war allgemein, das; die so gehaltvollen tute eindrucksvollen Reden eine einheitliche Stimmung des Vertrauens in die Wachsamkeit der Leiter der jüdischen Organisationen belnudet und hervorgernsen haben. Zn Punkt 2 der Tagesordnung: Aufgaben des Central v e r e i n s i n u n d n a ch d e n; r i e g e nimmt als Berichterstatter Herr Rabbiner Dr. Gold m a n n - Oppe l u das Wort. Die Aufgaben des Centralvereins werden itad) dein Kriege gross uub veranltvorlnngsvoll fein. Cs wird vor alten! geboten sein, die Organisation straffer zn gestalten, und die Disziplin zu stärken, ohne die eine demokratische Bereinigung nicht ersprießlich wirken und sich entwickeln kann.- Bon leereir Deinonstrationen gilt es abzusehen und fruchtbare Arbeit zu leisten. Die nächsten Aufgaben'werden der erzieherischen Tätigf'eit gelten. Ueber die Rolle des Iudentunis im ^deutschen Volkstum ist die Oeffentlichkeit vielfach irregefnhrt und jedenfalls nicht im Klaren, da eine regsaine Werbetätigkeit der nationalistischen Gruppe oft verloirrend wirkt und die Ideale von Üb Prozent der Judenheit nicht deutlich hervortreten. Die neu begründete Vereins Korrespondenz wird diesem Uebelstaude abzuhelfen suchen. Reben den jüdischen Vereinen, die bisher bestehen, den orthodoxen, liberalen, ziHnstiscben und neutralen Vereinen, treten jetzt die Jugendvereine stärker in den Vordergrund. Unsere Aufgabe wird es sein, der Ingendbeloegung ihre Zerrissenheit zn 'nehmen, sie für Ehre .und Vaterlandsliebe, zu gewinnen, die uns gleichbedeutend ist mit der Liebe zum Judentum. Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Das ist eine alte und triviale Erkenntnis, aber auch Trivialität ist Wahrheit. Redner kennzeichnet die. mannigfachen Gruppen der Iugeudvereinignngen, die Turner, Wanderorganisationeu ititb verweilt besonders bei f den akademischen Vereinen. Die akademische Jugend wird von; zionistischer Seite mit übergroßem Ciser bearbeitet. Der Central- ' verein müßte ihr ebenfalls in höherem Grade seine Aufmerksamkeit zuweudeu. Dein übertriebenen Optimismus,- mit dom wir im .^riegsbeginn daS Ende des Antisemitismus begrüßen zu können glaubten, ist die unausbleibliche Enttäuschung gefolgt. Aber wir dürfen auch den Pessimisnius nicht übertreiben.