Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Article
- Hauptversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 55 (sequence 7)
- Language
- German
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Haiiylm'rlunnnlung brö (5aitr(i{vcrciu~ usro. nfs feststehende Tatsache in (Geltung bleiben roird. iLebhaster Beifall.) Justiz rat Horloitz dankt dein Referenten und hofft, bei', seine Täligkeit reiche Erlichte tragen lverde. Herr Rabbiner Pros. Dy. W erne r > München dankt dem Verein auch im Namen des Südens für seine Tätigkeit- Die bayrische Feldseelsorge habe ebenfalls dem Wirken des Ecntralvereins viel zu verdauten. Die Zählung wurde auch in Bayern vorgenommen: sie ist vom preußischen Kriegsnnnisterium ausgegangen. Die Stimmung war bei ' den bayrischen Inden noch erregter, weil mau bei den höchsten Behörden in Bayern immer Schuß gefunden habe. In einer Audienz beim früheren Kriegsminister in Bayern, welcher Rabbiner Prof. l)r. Werner, der Rabbiner ans Nürnberg und die Vertreter der Gemeindcvoxstände von München und Nürnberg beiwohnten, erklärte der Kriegsminister, daß er nur Soldaten kenne, die ihre Pflicht tun, ohne Unterschied der Konfession. Die Ursache der Zählung sei die Ueberschüttung mit Denunziationen gewesen über Drückebergerei der Juden. Es sollte den höchsten Behörden eine Waffe gegen Verleumdungen in die Hand gegeben werden. Er würde nicht dulden, daß anS der Verfügung etwas erfolge, was die Ehre der jüdischen Tordaten berühre. Zölle von Mißbrauch sollen mitgeieilt roerden, dann würde Abhilfe geschaffen. Die -Veröffentlichung über die Audienz und deren Inhalt ist mit Zustimmung des Ministers erfolgt. Der Redner dankt bcnt Eentralverein nicht nur für das, was er getan, sondern auch für das, ums er verhütet bar, besonders dafür, daß er zur Zeit der Erregung vor unbesonnenen Schritten gewarnt hat. Herr Rechtsanwalt ,Dr. L u d w i g Friedmann: Durch das Referat von Geh.Mat Cassel seien seine Befürchtungen behoben worden. Das in der Judenzählung Erreichte sei getoiö ganz bedeutend, aber es sei mir einem Anfftammen des Antisemitismus nach dem Kriege zu rechnen. Wir sollen mtb kennen nicht in der breiten Öffentlichkeit wirken, wegen der Zensur. Es soll aber innere Mission getrieben werden. Die Ortsgruppen müssen gestärkt werden. Größere Beiträge sind auszubringen, um später den Abwehrkampf gegen den .Antisemitismus mit Erfolg aufzunehmen. Rabbiner vr. Kaelter-Danzig: Pflicht der Deletzier-tenversammlung ist es, dem Borstande Dank abzustatten. Mali sei draußen dem Centralverein gefolgt, obwohl man nicht immer wußte, warum. Jetzt sei mau befriedigt. Man müsse sich bescheiden, sich aber nicht an Opfermut beschämen lassen durch die Soldaten im Felde. Man dürfe sich nicht abdrängen lassen vom Anteil am Vaterlande. Dazu gehöre Vertrauen auf Gott,