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Im deutschen Reich · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · p. 4

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Article
Schmoller unter den falschen Propheten
Date
1917-01-01
Page
4 (sequence 3)
Language
German
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Im Deutschen Ncich, diese ^propf;c3ctmtQ orakelt haben maß, er ist ein c\ r n u b f a l f ch 11 P r o V T; c t. Nicht nur, weil die Voraus s a g e nicht zntrifft, sondern auch, weil ihre Voraussetzung grundfalsch ist. Tiefe Voraussetzung ist doch wohl: Der erste jüdische ordentliche Professor wird bestrebt sein, anbcrcit CsUaubcu^gcnü)fcn bei ihrem Aufstieg nach Kräften zu Helsen. Qo enauda S G e g e n t eilt st dermal l. Damit soll an sich feine Auslage gegen die wenigen, ach, so wenigen ordentlichen Professoren jüdischen (Glaubens an deutschen Hochschulen erhoben sein. Sie trifft durchaus kein berechtigter Vorwurf. Was man vom Gemeinsamkeitsgesühl der Juden, ihrem Bestreben!, sich gegenseitig zn Helsen, auf gegnerischer Seite gewöhnlich sagt, ist zwar in feindseliger Absicht übertrieben, aber eS ist zum Glück nicht ganz falsch. Innerhalb genoisser natürlicher Grenzen ist ein solches Gemeinsamkeitsgesühl wohl vorhanden. B e ru f § genossen fördern sich gegenseitig, sofern: sie nicht gerade im Wettbewerb stehen, Landsleute, Angehörige derselben Provinz, derselben Stadt suchen einander zu halfen, warum nicht auch Glaubensgenossen? Und in wieviel höherem Grade sind nicht Inden auf gegenseitige Hilfe augewiesen! Wenn schon der Sachse den: Sachsen, der Rheinländer den: Rheinländer drangen förderlich ist, der Katholik den: Katholiken, um wieviel eher in der Jude auf den Juden angewiesen! Niemand wird hintangesetzt, weil er ein Sachse, keiner angefeindet, weil er ein Rheinländer ist, und Vereine, Gesellschaften, Blatter, Hetzredner zur Verleumdung, zur . Verfolgung der Katholiken gibt es nicht. Wrhl aber werden Inden ihres Glaubens willen mit den schmählichsten Mitteln der Verleumdung, der Verhetzung verfolgt. Wie sollte uran sich da nicht gegenseitig beistehen? Aber es geschieht nur da, too man ohne allzu empfindlichen Schaden an eigenen Interessen Helsen kann. Und eben darunr tonnen die wenigen jüdischen Dozenten an deutschen Hochschulen den nachstrebendcn jüngeren Akademikern nicht beistehen. Sie haben so schwer unter der Benachteiligung und Rechtsverkümmerung zu leiden, die sie um ihres Judentums willen erdulden müssen, das; sie eine empfindliche Verschlimmerung dieses Zustandes gewärtigen können, wenn ein jüdischer Zuwachs droht. Jeder jüdische Privatdozent weist, daß gerade die jüdischen Professoren seine Habilitierung nicht eben gern sehen und ihn: Förderung nicht angedeihen lassen. Die Verantwortung fällt einzig der schweren Ungerechtigkeit zn, unter der die jüdischen Akad.'miker zu leiden haben. Warum trotzdem ein gewisser Andrang jüdischer Bewerber zur akademischen Laufbahn sich bemerkbar macht? Fahlen Sie gefälligst, Exzellenz v. Schmoller, die jüdischen Landräte, die höheren jüdischen Verwultungsbeamten, die Juden tu der Diplomatie, int Hofdienst, Sie werden dann erkennen, warum an beit wenigen .Stellen, an denen sich für Juden von höherer Vorbildung die

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