Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1917)
- Article
- Schmoller unter den falschen Propheten
- Date
- 1917-01-01
- Page
- 5 (sequence 4)
- Language
- German
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Am schau. Möglichlei!, einer kleinen Aussicht bietet, soviel Inder: anzutresfen sind. Und sollte an diesen Stellennicht die Frage nach ihrem Wissen und Können wichtiger sein, als die nach dem G l n n b en? Was Exzellenz v. Schmoller in diesen Auslassungen gegen Pros.Preusz vorbringtzist an sich utebt neu und wäre, im Unterschiede' za jcutcit sonstigen Aeußernngen, kaum der ernsten Beachtung wert, trenn nicht eben dieser hervorragende und weltbekannte Gelehrte es vorgebracht hätte, derselbe, dem es unvergessen bleibe, daß er vor mehr als sechs Jahren, in der Osterzeit 1910, ein kräftig Wörtlein über den Feudaladel in der Diplomatie und gegen eben die gesprochen hat, deren: gewiß unerwünschte Gefolgschaft er sich jetzt gefallen lassen muß. Das Wort, dessen unerwartetes Echo ihn erschreckt Haber: mag, das Wort, das ihm jetzt entfahren, würde er sicherlich „im Busen gern bewahren". Denn die üble Wirkung hat er so wenig gewollt wie vorausgesehen, diese Wirkung, die es nur übt, weil nicht ein Antisemit, sondern ganz im Gegenteil ein Schmoller eS gesprochen. Aber wir dürfen hoffen, daß er vom Schmoller des Letzten Jahrbuchheftes sehr schnell sich zurückfinden wird zu dem Schmoller, den man vordem gekannt und verehrt hat. Umschau. Das Friedensangebot hat nicht zum Frieden geführt. Das Tor des Ianustempels bleibt offen, da Torheit sich der Schließung widerseht. Schön ist freilich der Friede, aber der ,,liebliche Knabe", der ,,gelagert au: ruhigen Bach" liegt, kann es leider nicht ausnehmen mit den Millionen minder lieblicher Knaben, die da gelagert sind an den Ufern der gar nicht so ruhigen Somme, der Donau und des Sereth. So muß denn ein neues, stürmischeres Kapitel der Geschichte dieses größten und merkwürdigsten aller Kriege beginnen, sicherlich das beweglichste Kapitel, hoffentlich aber muh das letzte. Bei unseren Gegnern jedenfalls das letzte Aufflackern der Äraft, das letzte Aufflackern vor dem Erlöschen. Das Friedensangebot unseres Kaisers bleibt darum nicht minder eine so verdienstliche wie segensreiche Tat, obwohl der Friede nicht als unmittelbare Folge sich einsteltt. Als der Reichskanzler v. Belhmann-tzollweg vor dem Reichstag, nein, vor Europa erschien, Krieg und Frieden in den Falten seiner Toga, da konnte er den Puniern von heute, den Engländern, vor allem, zurufen wie einst Quintus Fabius den Karthagern: Hic vobis bellum ct pacein portanms — utrumque placefc sumite: hier bringen wir Euch Krieg und Frieden — wählt, was Ihr davon wollt. Damals hat das Friedensangebot dem Zweiten finnischen Krieg nicht vorgebeugt, auch diesmal wird