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Im deutschen Reich · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. 273

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Article
Von einem jüdischen Großindustriellen
Date
1916-11-01
Page
273 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 273 ständnis und sein warmes Empfinden für das Judentum ml dankbarer Erinnerung. Red. d. Zeitschr. „Im Deutschen Reich". „Verantwortung für Israel." Aus einem Schützengraben Wird uns geschrieben: Die vielen Zeitungen iuü> Zeitschriften, mit denen wir draußen im Feld und in der Etappe beacht werden, sind meistenteils willkommene Gaste. Recht gern aber mochten wir gewisse Traktätchen und fromme Blatter missen, die in unglaublichen Mengen in jede Kompagnie schreib stu.be fliegen, um von dort aus an die Mannschaften verteilt zu werden. sich solche Blättchen an eine bestimmte Konfession wenden, meist also für die katholischen oder protestantischen Kameraden bestimmt sind und in ihren Aufsätzen rein kirchliche Dinge behandeln, ist alles in bester Ordnung. Wenn aber diese Grenzen wei: überschritten werden, müßte man Halt gebieten. Der wird nun aber in einem „Sonntagsblatt für das Deutsche heer"- das also scheinbar -sich an alle j^snfcsswnen wendet, zur Iudenmission aufgefordert. Soll das die Toleranz und Achtung vor jeder Konfession sein, die überall gepredigt totrb? Welchen Eindruck mag es wohl auf die christlichen Kameraden machen, wenn ihm ein Missionsprediger da von den Gottlosen spricht» die sterben „um ihrer Sünde willen" — und die Juden damit Meint, die des ewigen Heils verlustig gingen, „heillos seien für Zeit und Ewigkeit"? Darf denn die fanatische Seelenbearbeitung auch in die Schützengräben dringen und das GemeinschastsgcfühL stören? Interessant für uns Juden ist die Begründung, die Pater SH. in dem Artikel, der „Verantwortung für Israel" betitelt ist, für seinen Aufruf zur Iudenmission zu geben versucht. ' Das Evangelium von der Zerstörung Jerusalems» das um diese Zeit in den Kirchen verlesen werde, benutzt er für die Schilderung der jetzigen „furchtbaren Lage" der Juden im Weltkrieg, besonders der Ostjuden. Er wirft uns vor, wir ständen in Gefahr» auch dieses Mal die Sprache Gottes nicht zu verstehen und die <Äunde Gottes zu versäumen. Statt dessen hegten wir „irdische (!)“ Hoffnungen: Die Ostjuden sollen befreit werden aus ihrem äußeren «und inneren Elend; in Palästina soll ein Judenstaat errichtet werden; in Polen wollen die Inden nationale Selbständigkeit erringen; in Deutschland wollen sie zu Offizier» und hohen Staatsstellungen die Berechtigung erhalq ten. Dies alles erstrebten wir mit allen Kräften. Diese, nach Ansicht des Herrn Puters „irdischen" Plane erfüllten uns Juden» fvo wir doch so weit Wichtigeres erstreben sollten, — eben die Erlösung durch Annahme des christlichen Glaubens. Ei, Here .Pater, erscheinen Ihnen die jüdischen Zukunftshoffnungen wirklich gar so geringwertig, so irdisch, hak es sie zu hegen sich nicht verlohnt? Sympathisch berührt höchstens der Schluß: „Rur das merke Dir: Judenhaß und -feindschaft kann die Juden nicht dem! Herrn gewinnen. . * . Run, wenn uns der Arttkelschreiber nicht St, gut — aber „hineinlieben" lassen wir uns doch auch nicht rn ere Lehren. Muß dies alles unseren christlichen Armeordertz Vorgesetzt werden? G. Ep., Rntfz.- in einem Landsturm-BataNs«. §ir Jacob Sassoon. Am 23. Oktober starb in Bombay Sir Faco8 Elias Sassoon im Alter von 72 Jahren. Sir Jacob war der Enkel! von David Sassoon, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts infolge antisemitischer Unruhen aus Bagdad vertrieben wurde und sich in Bombay «nsiedMe, wo er, klein ansangend» allmählich ehr bedeutendes

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