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Im deutschen Reich · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. 274

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Article
Von einem jüdischen Großindustriellen
Date
1916-11-01
Page
274 (sequence 4)
Language
German
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274 Im Deutschen Ne ich. schäftshans begründete. Sein zweiter Sohn, Elias, der Vater von Sir Jacob, eröffnete eine eigene Finna E. D. Sassoon & Lo^ Sir Jacob vertrat die Firma jahrelang in- China und errichtete nach dem Tode seines Vaters Filialen irr London und Nlanchester. Er hatte bedeutenden Anteil an der Entwicklung der Baumwoll- Industrie von Westindien, und beschäftigte in seinen Geschäften insgesamt etwa 15 000 Menschen. Sir Jacob war allgemein als Führer der Iudenheit in Indien anerkannt; er hat alle jüdischen Institutionen in Indien mit größter Freigebigkeit gefördert. Zur Belästigung jüdischer Armer an den Feiertagen errichtete er einen Fonds von 16 500 Pfund. — Er begründete mit einem Kapital von 23 000 Pfund in Bombay eine Freischule» in welcher 300 jüdische Knaben und Mädchen Elementar» und Mittelschulbildung und ärmere Knaben eine gründliche Ausbildung im Tischlerhandwerk erhalten. Er baute und unterhielt Shnacchgen in Bombay, Poona» Hong Kong und Shanghai. Er war Präsident der Indischen Abteilung der Anglo Iewish Association und Ehrenpräsident der Mac^n-David-Coneregation in Bombay. — Ajuch jüdischen Institutionen in Palä« stina hat er Zuwendungen gemacht. Aus Iserlohn, den 4. Nsvember wird uns geschrieben: „Am 23. Oktober d. F. saß ich mit mehreren Bekannten im „Ratskeller" zu Menden, als am Nebentische von einem Gaste,! I. R. aus Lendringsen, folgende Aeußerung getan wurde, und zwar so laut, das; wir es vom Nebentisch hören m u ß t e n: „Man sollte alle Juden, vom 18. bis 60. Lebensjahre, in den vordersten Schützengraben schicken, dann waren wir sie alle aus einmal los." Ich sagte darauf: -„Hier sitzt ein Irlde, der mehrere Söhne im Felde hat, von denen einer bereits gefallen Ist und einer verwundet im Lazarett liegt, und der dritte an der Somme kämpft. Es ist eine Unverschämtheit von Ihnen, sich derartig zu äußern." Er erklärte, es sei dies sine 'Ausnahme, die „meisten Juden saßen reklamiert in Kriegsgesellschaften."' Ich sagte dem Betrcsferrden» er könne sich von mir als geohrfeigt betrachten. Es wäre eine Gemeinheit, die ganze jüdische Gemeinschaft dafür verantwortlich zu machen, wenn der eme oder der andere darnach trachte, in geschützter Stellung zu sein. Die Juden taten gerade so gut wie idle anderen Religionsgemeinschaften für «das Vaterland ihre Schuldigkeit nach allen'Richtungen hm. Worauf er sich herausnahm zu fragen, was ich denn Late, warum üch denn nicht im Schützengraben läge? Ich erwiderte, er glaube doch wohl nicht, daß ich als 57sähriger Mann noch Kriegsdienste ru leisten habe» ich täte meine Schuldigkeit im Dienste des Vaterlandes von morgens früh bis abends spät. Ich habe den Bericht an das Generalkommando in Münster gemacht. G." Der antisemitische Held, der ferne Schlachten am Biertisch schlägt, steht selbst im dienstpflichtigen Alter und ist reklamiert. Er hat freilich, vor einem halben Jahre, durch einen Unfall zwei Finger verloren. Aus Frankfurt a. LN. wird uns berichtet: Der Verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt a. M. (E. V.) hielt am 15. November d. Is^ seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. 'Der Vorsitzende erstattete den Jahresbericht, der Kassierer den Kassenbericht. Die ausscheidenden Mitglieder?- der Verwaltung wurden wiedergewählt.' Nach dem Geschäftsbericht der Vorsitzenden gehören dem Verein z. Zt. 60 Schwestern und 12 Lehrschwestern an. Von den Schwestern sind z. Zt. im ganzen 38 in der Verwundetenpflege tätig, davon 16 im Feld

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