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Im deutschen Reich · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. 272

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Article
Von einem jüdischen Großindustriellen
Date
1916-11-01
Page
272 (sequence 2)
Language
German
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272 Im Deutschen Reiche Fn^ seinen jüngeren Jahren war er als Bühnenleiter mif Erfolg tätig, er wandte sich dartn der Schrift st ollerer zu und er* rang auch als Vühnenschriftsteller mancherler Erfolge.- Spater stellte er sich in den Dienst der Tagespresse und machte sich lin diesem Beruf vor allem auch durch seine eifrigen Bemühungen um die sozialen Einrichtungen seines Standes sehr verdient. Er gehörte seit Gründung der Ortsgruppe unserm Ausschuß an und chat an seinen Arbeiten stets regen Anteil genommen. Der weitere Kreis unserer Mitglieder kennt die inhaltsvollen Vortrage, mit denen er uns öfters erfreute und die niemals sich in ausgefahrenen Gleisen bewegten, sondern stets das Gepragee seiner eigenartigen Persönlichkeit trugen. Rur die leitenden Personen unseres Vereins dagegen kennen die ungemein wertvolle Unterstützung, chie er uns mit immer gleicher Bereitwilligkeit in hundertfältigen Angelegenheiten leistete und bei der ihm seine erstaunliche Kenntnis der Personen und Dingo seines Berufskreises außerordentlich zustatten kam. In zahlreichen Fallen hat er uns wertvollen Aufschluß über Person und Charakter unserer ^kngreifer liefen: und ebenso zahlreichen, durch persönlichen Einfluß und geschickte Vermittlung Presseangrchfen ihre Spitze nehmen können. Mit einer jugendlich an» mutenden Leidenschaftlichkeit ist tv bis tu seine letzten Tage -immer für unsere Sache eingetroten, so oft böswillige Angriffe gegen unser Recht und unsere Ehre Vorlagen. Der Verein hat bei seiner Bestattung seinen Dank für dieses rastlose Wirken durchehrende Gcdäckstnislnorte gum Ausdruck bringen lassen und'wird dem Dahingeschiedenen bis über das Grab hinaus diesen Dank bewahren." Adolf Oppenheim ist auch uns, ist insbesondere der ganzen literarischen und Kunstwelt ein guter Bekannter, eine sympathische Erscheinung gewesen. Er war zu Anfang der siebziger Jahre in Berlin als Schauspieler tätig und brachte damals ein Scharn» spiel ,,Ferdiurud Lassalle" zur Aufführung. Das Stück, ein bro* tnatisch-s Charakterbild, das ^manche Anzeichen einer gesunden Begabung aufwics, wurde von der damals sehr jungen und streitbaren sozialdemokratischen Partei -lassallischer Richtung, die sich um jene Zeit pon der Liebknecht» und Vebelschen Leipziger Richtung unterschied, unter ungeheurem Lärm zu Fall gebracht. In jenem Theaterstück bereits verriet Adolf Oppenheim Verständnis und warme Empfindung für das Judentum. Oppenheim war spater als Regisseur in Görlitz tätig, wo er die Lustspiele Mosers für ihre Araufführungen einstudicrtc, und begründete dann eine eigene Direktion. Für seine Schlagfertigkeit und seinen guten Humor mag ein kleines Erlebnis bezeichnend sein. Er hatte einmal mit einer schlesischen Stadt einen Vertrag wegen Uebcruahme der Sladttheater-Leitung geschlossen. R-achträglich brachte er in Erfahrung, daß er dort nur Aerger und. Verluste erwarten könne. Ms sein Gesuch um Entlassung aus dem Vertrage wiederholt abgelehnt wurde, kündigte er im Ortsblatt als Programm seiner Theater-Direktion einfach an: -,Vom 1. September bis Ostern allabendlich „Kurmärker und Pikarde" von Louis Schneider". Ein Einakter alw, der mit 2 Personen aufgeführt werden kann. Anter diesen Umständen zog es die Stadtverwaltung vor» den Vertrag anit Oppenheim zu lösen. In zahlreichen Romanen bat Oppenheim Phantasie und 'SHL.derungstalent, namentlich aber auch Vertrautheit mit denk Leben und Wesen unserer Staatsmänner, wie mit Wagner, Liszt» Külow ukw. bewiesen. iUn$ bleibt aber ganz besonders sein Per*

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