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Im deutschen Reich · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. 253

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Article
Noch einmal: Zur Ostjudenfrage
Date
1916-11-01
Page
253 (sequence 3)
Language
German
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Noch chmictl: Jur Ostjudcnsrogs. tnu3 und Grenzschluß" Me sogenannte Rassenfrage zum Ausgangspunkt seiner gegen die Ostjuden gerichteten Ausführungen gemacht. Zivier beantwortet die Frage ,,Was ist Raffe?", um dann an der Hand zahlreicher Beispiele auf den Rassenwahn hinzuweisen, der leider immer noch selbst in vielen gelehrten Köpfen spukt. Von allgemeinem Interesse sind seine Ausführungen über die Eigenschaft der Juden als sogenannte ,,Gastvölker" in den verschiedensten Wirtsvölkern. Ls heißt da: „Das; .überhaupt ein Jude das Wort WirlSvolk in den Mund nehmen kann! Nur einem nicht naturalisierten Ausländer gegenüber könnte es noch am Platze sein. Sonst aber setzt ein Wirtemolk ein Gastvoik voraus. Hub wo in alter Welt gibt cs so etwas? Sind in Böhmen die Tschechen oder die Deutschen, in der Provinz Posen und in Obcrschlesien die Deutschen oder die Polen, in Brandenburg die Lenden oder die Deutschen, in Ostpreußen die Deutschen oder die Litauer, in Amerika die eingewanderten Europäer oder die Indianer das Wirtsvolk oder das Gastvolk? Auch die Juden sind bei keinem Volke zu Gaste. Sie verfangen nirgends die einen: Gaste .zustehenden Rechte und teilen überall mit dem Wirte die Pflichten. So werden sie unbeirrt, trotz Gehässigkeit und Borurteil, den ihnen von der Geschichte gewiesenen Weg weiterschreiten, und wie sie im Lause der Jahrtausende Tempel auf Tempel, Lehre aus Lehre cinstürzen sahen,- so werden sie auch den Nassenirrtnm überdauern und, dem ihrem Stammvater an der Wiege menschlicher Gesittung mitgegebenen: Geleitwort getreu, den Böllern zum Segen werden, den Böllerndie cS wollen." Räch dieser Grundlage geht Zivier auf das Astjudenproblem als solches ein und entwickelt hier zunächst eine Naturgeschichte der Ostjuden. Wir lernen ihre Zahl, ihre Verteilung, ihre Eigenschaften, ihre Sprachverhältnisse kennen und gewinnen zunächst eine Grundlage zu weiteren Betrachtungen. Die Belehrung, die geboten wird, kommt sicherlich den meisten überraschend. Denn es zeigt sich, wie verschieden die Bestandteile sind, die man irr der westichen Empfindungswelt als Dstjuden bezeichnet. Dieses Kapitel sollte jeder studieren und niemand sollte über diese Dinge auch nur — mitdenken, der nicht Ziviers Darlegungerr in sich ausgenommen hat. Namentlich aber sollten auch Nichtjuden diese Ausführungen zu objektiver Belehrung heranziehen. Das letzte Kapitel behandelt die Frage der Zukunft. Hier wendet sich Zivier gegen Fritz, der in geradezu verhängnisvoll einseitiger Weise die Frage einer möglichen Einwanderung der Oftjuden behandelt. Zivier setzt auseinander, daß nach dem Kriege voraussichtlich mit einer Massenzuwanderung ausländischer Juden nicht zu rechnen sein wird und daß das Deutsche Reich

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