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Im deutschen Reich · 1916-09-01 · Heft 9-10 (September 1916) · p. 217

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 9-10 (September 1916)
Article
Das amerikanische Judentum und der Krieg
Date
1916-09-01
Page
217 (sequence 7)
Language
German
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Das amerikanische Judentum und der Krieg. 217 Verkauf von Kriegsmaterial an die Kriegführenden erzielt wird. Das Rote Kreuz und andere Hilfsgesellschaften können nur teilweise die schweren Wunden lindern, die durch Verwendung der von uns gelieferten Munition geschlagen worden. sind." In einem weiteren Brief äußert sich Professor Eliot wiederholt dahin, es dürfte nicht dazu kommen, daß Deutschland die Welt beherrsche, worauf Herr Schiff antwortet: „Buch meine Meinung ist es, baß Deutschland sich nicht über Europa und mehr oder weniger über die ganze Welt die Oberherrschaft aneigne. Ich glaube aber nicht, daß das deutsche Volk derartige Wünsche hegt. Es ist ein Irrtum Ihrerseits, daß Deutschland Friedensvorschlägen nicht zugänglich ist, so lange cs nicht die Friedensbedingungen vorschreiben kann oder nicht unrettbar niedergerungen ist. Meiner Empfindung nach ist es England, das hartnäckig dazu entschlossen ist, Deutschland niederzuzwingen, und es benutzt alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel, die öffentliche Meinung in Amerika gegen die Einstellung der Feindseligkeiten und gegen die Wiederherstellung des Weltfriedens aufznhetzen." Die spateren Ereignisse haben dargetan, daß die Ansicht des Herrn Schiff die richtige war, daß nicht Deutschland, sondern England darauf besteht, die Friedensbedingungen zu diktieren. Herr Schiff ist nicht gegen Amerikas Kriegsbereitschaft, meint aber, daß die Notwendigkeit einer Verteidigung gegen beide, England und Japan, entfallen würde, solange ein starkes Deutschland das Gleichgewicht der Machte aufrechterhällt. „Man braucht nicht erst Prophet zu sein, um einzuse^en, daß durch ein siegreiches England auch die Seeherrschaft fernes Verbündeten, Japan, erstarken wird. Die Folge davon wird sein, daß bei einem großen Teil des amerikanischen Volkes das Verlangen nach einer mächtigen Marine, nach Errichtung von Küstenbefestigungen, sowohl am Atlantischen wie am Stillen Ozean derart kategorisch wird, daß jcber Widerstand dagegen scheitern müßte. Welche grenzenlosen Kosten und erhöhten Besteuerungen dies für das amerikanische Volk bedeuten würdebrauche ild) nicht weiter zu erörtern." Berücksichtigt man den Zeitpunkt dieses Briefwechsels — kaum sechs Monate nach Kriegsausbruch — so erhellt daraus zur Genüge, daß Herr Schiff schon damals die Tragweite der Katastrophe erkannte und daß ihm. Mangel an Interesse für Deutschland nicht zum Vorwurf gemacht werden kann. Wenn es sich bewahrheiten sollte, daß er der Stadt Paris 50 Millionen Dollar lieh, fühlte er sich wohl yon rein geschäftlichem Standpunkte dazu verpflichtet, um die ihm zu solchen Zwecken anvertrauten Gelder seiner Klienten fruchtbringend anzulegen. Auch knüpfte er an die Anleihe d ie Bed ingungbaß das Geld ausschließlich für friedliche Zwecke verwendet werden dürfe. Die Stadt Berlin hätte eine Anleihe wahrscheinlich weit günstiger erhalten.

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