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Im deutschen Reich · 1916-09-01 · Heft 9-10 (September 1916) · p. 215

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 9-10 (September 1916)
Article
Das amerikanische Judentum und der Krieg
Date
1916-09-01
Page
215 (sequence 5)
Language
German
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Das amerikanische Judentum und der Krieg. 215 „Deutschland Lampst um seine Existenz, unb ich, der ich nicht ganz ohne Kenntnis der deutschen Verhältnisse.bin, habe die Aeberzeugung gewonnen, daß es niemals einen Krieg geaeben hat, wo das Volk so einig gewesen ist wie in dem jetzigen,—^ soweit Deutschlcnrd in Betracht kommt! Jemand, der auch nur in ganz oberflächliche Berührung mit der deutschen öffentlichen Meinung und dem Gefühl des einzelnen in irgendeinem Teile des Reiches gekommen, seitdem der Krieg ausgebrochen ist, muß wissen, daß es kaum einen Mann, ein Weib oder Kind gibt, welche zögern würden, wollte man es von ihnen verlangen, Leben oder Besitztum zum Opfer zu bringen, um damit'den Sieg des Vaterlandes zu erlange::. Siebzig Millionen Menschen, die von einem einheitlichen Gefühl dieser -Art beseelt sind, können nicht niedergebeugt, geschweige denn vernichtet werden." Nicht Deutschlands Sieg — wie dem amerikanischen Volke während zweier Kriegsjahre von den ententefreundlichen Zeitungen beigebracht wurde —, sondern der englische Sieg kann —; Amerika mit eingeschlossen — der Welt gefährlich werden, denn er würde die Hegemonie des Britischen Reiches — unter dessen Willkürherrschaft schon heute alte neutralen Staaten zu leiden haben — bedeuten. In diesem Sinne sagt Herr Schiff: „Die Hauptbedeutung des englischen Sieges und das daraus folgende Ergebnis würde darin bestehen, daß jede Nation der Wett den Befehlen der.Engländer Nachkommen müßte, denn wenn sich eine derselben ihren Vorschriften widersehen würbe, so könnte England ihren Handel ruinieren, indem es die betreffende Nation von der Zufuhr der überseeischen Bedarfsartikel absperrt. Ein englischer Sieg müßte auch für die Vereinigten Staaten sehr verhängnisvoll werden, zudem bildet die Allianz zwischen England und Japan — die wahrscheinlich eine bleibeirde sein wird — eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Das sollten die Amerikaner doch nicht für einen Augenblick vergessen." Schon vier Monate nach Ausbruch des Krieges glaubte Herr Schiff, daß Amerika den Frieden hatte herbeiführen können, da nur die Aufklärung des Volkes durch die Presse dazu nötig gewesen wäre. Er sagte, damals: „Nach dieser Richtung hin kann Amerika unendlich viel helfen, und darin Hegt, meines Erachtens, die größte Gelegenheit, wie sie der amerikanischen Presse noch nie zuvor geboten worden ist. Die amerikanischen Zeitungen sollten weniger ihre Beobachtungen darüber machen, was jede einzelne Partei lvahrend des Krieges, der seine blutigen Zeichen m der Geschichte zurückläßt, vollbracht, oder nicht vollbracht hat, als für den Frieden Au arbeiten. Wir, eine Nation von hundert Millionen Menschen, die beständig für den Frieden und den menschlichen Fortschritt eingetreten sind, haben ein Recht dazu, unsere Stimme hören zu lassen, und wenn wir sie in gerechter Weise erheben, wird |ie von denen gehört werden, welche vollbringen können, was wir vollführt sehen möchten." Schon damals hielt Herr Schiff die Einstellung der Munitionslieferung für geboten, da ein durch solche Maß-

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