Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1916)
- Article
- Das amerikanische Judentum und der Krieg
- Date
- 1916-09-01
- Page
- 214 (sequence 4)
- Language
- German
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214 Im Deutschen Reich. nahe so aus, als ob der Krieg vorher von den Nationen, die Deutschland bedrängen, vorbereitet worden wäre. Ich muß glauben, daß sie auf Deutschlands beispiellos friedliche und schnelle Entwicklung eifersüchtig und neidisch geworden sind und Jetzt den Zeitpunkt für gekommen erachteten, wo altes zu. einer Vereinigung so günstig wie möglich war. Obschon ich Deutschland vor einem halben Jahrhundert verlassen habe, würde es mir doch nicht einfallen, mich gegen das Land meiner Geburt in einer Zeit, wo es den Kampf um seine Existenz führt, auszulehnen, ebensowenig, wie ich mich gegen meine Eltern auslehnen würde/ Nachdem Herr Schiff dann begründet, daß Oesterreich- Angarn vor Ausbruch des Krieges korrekt und nicht anders gehandelt hat, als die Vereinigten Staaten in einem ähnlichen Falle handeln würden, fahrt er fort: „Der kritische Punkt war erreicht, als die österreichischungarische Negierung sich gezwungen sah, ihre äußersten Maßnahmen zu treffen, um die Anverletztlichkeit des Reiches zu schützen. Das Ultimatum atj Serbien erfolgte, auf das die Antwort für Oesterreich nicht zufriedenstellend war. Der Vorschlag, daß die Antersuchung der Umstände, die die Ermordung des Erzherzogs Ferdinand und seiner Gemahlin herbeifi'chrten» durch eine Kommission oder Behörde vorgenommen. werden sollte, bei welcher Oesterreich nicht Vertreter: war, erschien für letzteres unannehmbar. Di;! Situation ist analog derjenigen, welche zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien bestand, als das Krregsschiff „Maine" im Hafen von Havanna in die Luft gesprengt wurde. Itm die Schurken dieser Handluirgswei.se zur Verantwortung ziehen zu können, ersuchten wir damals in gleicher Weise um eine Untersuchung seitens Spaniens, die unter Beihilfe von Vertretern unserer Regierung ausgeübt werden sollte. Spanien erbot sich gleichfalls, eine Untersuchung einzulciten, weigerte sich aber, uns eine. Anteilnahme daran zu gestatten. Diese Stellungnahme Spaniens -hatte unsere schleunige Kriegserklärung gegen jenes 5and zur Folge. Es ist für die Amerikaner sehr wichtig, daß sie die Gleichartigkeit beider Situationen und dieAehulichkeit zwischen der Handlungsweise Oesterreichs im Fahre 1614 und derjenigen unserer eigenen Regierung i!m Jahre 1898 erkennen." Mit welch klarem Blick jdieser hervorragende Deutsck>Ameri- Arner das Präludium, das den Weltkrieg einleitete, und die Machenschaften Albions durchschaute, wird in dem nächsten ^Abschnitte der „New Port Times" des längeren ausgeführt. „Selbst wenn die Neutralität Belgiens nicht verletzt worden wäre, hätte England eine andere Ausrede gefunden, um sich mit Frankreich und Rußland zu einem Kriege gegen Deutschland zu vereinigen/ Herr Schiff bedauert zwar, daß Deutschland Belgien in Mitleidenschaft zog. Daß aber der Durchmarsch durch Belgien eine gebieterische Notwendigkeit darstellte, haben im Anfang viele Amerikaner, selbst Roosevelt, zugegeben. Herr Schiff fährt dann fort: