Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1916)
- Article
- Die Hauptstelle für Berufsberatung der Juden
- Date
- 1916-09-01
- Page
- 210 (sequence 6)
- Language
- German
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210 Im Deutschen Reich, Zeichner zeigt zugleich auch, daß es tatsächlich kaum einen! Beruf iu Deutschland gibt, in dem sich nicht Juden befinden; insbesondere finden sich darunter auch Unterzeichner aus allen Zweigen und Rangstufen der Beamtenschaft, vom Präsidenten, bis zum Kanzleibeamten. Seit dem 1. Juli d. I. ist die Hauptstelle für Berufsberatung der Juden, unter Wahrung ihrer Selbständigkeit, dem Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens angegliedert. Die Errichtung eines Netzes von Zweigstellen im Reiche ist in Arbeit. Nach Abschluß der vorbereitenden Tätigkeit wendet sich nunmehr die Hauptstelle an weitere jüdische Kreise mit der Mtte um tatkräftige Unterstützung ihrer Bestrebungen. Sie erbittet namentlich folgendes: 1. Mitteilung von geeigneten Niederlassungsmöglichkeiten für Handwerker, Kaufleute und Angehörige der freien Berufe, die aus dem Kriege zurückkehren. Ein für solche Mitteilungen hergestelltes Postkartenformular steht Interessenten in beliebiger Zahl zur Verfügung. Es wird dringend gebeten, hiervon so viel wie möglich Gebrauch zu machen, damit den Anfragen von Bewerbern entsprochen werden kann. 2. Fingerzeige für die Eröffnung neuer Beschäftigungsmöglichkeit für erwachsene Arbeitnehmer aller Art, insbesondere für die große Zahl von Kriegsteilnehmern, die ihre kaufmännische Tätigkeit in Großstädten wegen nervöser Schädigungen usw. aufgeben müssen und Arbeitstätigkeit in ruhiger, ländlicher Umgebung suchen. Naturgemäß kann das, was die Hauptstelle hier an Rat erteilt, nur auf den Erfahrungen weiter Bevölkerungskreise in allen Teilen des Reiches beruhen. Tätige Mitarbeit von allen Seiten ist gerade hier erwünscht 3. Hinweis der zu Beratenden auf die Tätigkeit der Hauptstelle. In erster Linie kommen junge Leute in Betracht, die die Schule verlassen (namentlich Reflektanten auf die mittlere und luntere Beamtenlaufbahn, für die in geeigneten' Fällen auch Stipendien verschafft werden können. In zweiter Linie aber auch Leute in reiferem .Alter, für die ein Berufswechsel im oben angegebenen.Sinne in Frage kommt, insbesondere auch (mit den angegebenen Einschränkungen) Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigte. Ein Merkblatt, das auf die Tätigkeit der Hauptstelle hinweist, steht in jeder gewünschten Zahl zur Verteilung an Interessenten zur Verfügung.