Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1916)
- Article
- Die Hauptstelle für Berufsberatung der Juden
- Date
- 1916-09-01
- Page
- 209 (sequence 5)
- Language
- German
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Die tzauptstelke für Berufsberatung der Juden. 209 ohnehin ein zu starker Strom zu den akademischen Karrieren besteht. Wohl aber der mittleren und unteren Stellen. Gerade diese Laufbahn bildet die erstrebenswerte Grundlage für eine bescheidene und geachtete Mittelstandsexistenz. Die vorstehenden Ausführungen ergeben schon, daß die Hauptstelle ihre Tätigkeit auch den Kriegsteilnehmern Und Kriegsverletzten widmen will. Es soll aber von vornherein betont werden, daß die KriegsteilnehmerfürsorgÄ keineswegs ihre einzige Aufgabe ist, sondern daß bei der Berufsberatung vor allem in dem Augenblick begonnen werden muß, wo der junge Mensch von der Schule ins Leben hinaustritt. Soweit aber die tzauptstelle ihre Tätigkeit den Kriegsteilnehmern widmet, ist von vornherein der. Grundsatz betont worden, daß ^jede Konkurrenz mit der allgemeiner: Kriegsteilnehmerfürsorge zu. vermeiden ist. Dringend zu wünschen ist, daß diese wie bisher interkonfessionell bleibt, daß jüdische Frauen und Männer in ihr wie bisher tatkräftig Mitwirken, und daß jüdische Kriegsteilnehmer auch künftig der allgemeinen Fürsorge ebenso teilhaftig werden wie die anderen. Die tzauptstelle hat neben der allgemeinen Kriegsteilnehmersürsorge noch ihre besonderen Aufgaben. Jene erstrebt in erster Linie die Erhaltung in dem bisherigen Lebenskreis und Beruf. Das ist bei der Arbeitsvermittlung für die gesund zurückkehrenden Kriegsteilnehmer selbstverständlich, es ist aber auch für die Unterbringung der Kriegsverletzten durchaus zu billigen, denn ein übereilter, nicht durch besondere Umstände begründeter Berufswechsel bedeutet auf alle Fälle eine Schädigung des Einzelnen und der Allgemeinheit. Die Bestrebungen der tzauptstelle müssen sich also, auch soweit Kriegsteilnehmer in Frage kommen, in manchen Fällen von der allgemeinen Fürsorge unterscheiden, weil gerade in besonders gearteten Verhältnissen die Förderung eines Berufswechsels Aufgabe der tzauptstelle sein wird, z. B. dann, wenn es sich darum handelt, einen Mann, der vielleicht an sich seine bisherige Tätigkeit noch ausüben könnte, im Interesse einer volkswirtschaftlich wertvolleren, der Allgemeinheit nützlichen Verwendung seiner Arbeitskraft, einem andern Berufe zuzuführen. Daß die tzauptstelle von vornherein das besonders geartete und deshalb besonders zu behandelnde Problem der vstjuden aus ihrem Ausgabenkreise ausscheiden mußte, sei hervorgehoben. Den Bestrebungen der tzauptstelle haben sich durch Unterzeichnung ihres Aufrufs mehrere Hundert führende Persönlichkeiten aus allen Berufsständen und aus allen Gegenden Deutschlands angeschlossen. Das Namenverzeichnis der Unter-