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Im deutschen Reich · 1916-09-01 · Heft 9-10 (September 1916) · p. 211

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 9-10 (September 1916)
Article
Die Hauptstelle für Berufsberatung der Juden
Date
1916-09-01
Page
211 (sequence 7)
Language
German
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Das amerikanisch«! Judentum und der Krieg. 211 Die Hauptstelle gibt über die ihr mitgeteilten Nieder» lassungsmüglichkriten einen Vakanzennachweis heraus. Sie stellt ferner Flugblätter zur Verteilung an die Fugend und ihre Erzieher zur Aufklärung über Berufswahl und Berufsmöglichkeiten her. Auch diese Drucksachen werden den Interessenten gern zur Verfügung gestellt. Hoffentlich dienen auch diese Zeilen dazu, dem Gedanken der Berufsberatung weitere Freunde zu gewinnen und der Tätigkeit der Hauptstelle weitere Unterstützung zu verschaffen. Jede gewünschte Auskunft erfolgt gern durch die Hauptstelle für Berufsberatung der Juden (Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens) Berlin SW 68, Lindenstr. 13. * Das amerikanische Judentum und der Krieg. Die Zeit naht heran, da die Führer Amerikas sich schämen werden, daß sie einer Handvoll gewissenloser Geldjäger gestattet haben, den Krieg zu verlängern. Ohne amerikanische Munitions-Lieferungen hätte das große Ringen wohl kaum sechs Monate gedauert. Italien, Portugal, Rumänien hätten ohne Amerikas Beistand nicht mittun können. Statt das Land in eine Munitionsfabrik zu verwandeln, hätte Amerika durch Abschlicßung seiner Getreidekammern nicht nur den Krieg verkürzen, sondern den Frieden diktieren können. Hätte Präsident Wilson, von humanitärem -Geist durchdrungen, gehandelt, wie er mit leeren Worten um sich warf, so hätte man ihn, das Oberhaupt einer Nation von 100 Millionen Menschen, allseits als würdigen Schiedsrichter anerkannt und als Friedensvermittler willkommen geheißen. Trotzdem aber ein großer Teil des amerikanischen Volkes sowie die gegenwärtige Regierung ausgesprochene Neigung für England offenbart, ist doch die Behauptung nicht stichhaltig, daß alles, was dort geschieht oder unterlassen wird, vom Wuchergeist bestimmt wird. Es ist deshalb ebenso ungerecht wie unklug, Amerika als Sodom und Gomorrha hinzustellen, das yicht einmal die zehn Gerechten hat, die es vor dem Schwefelregen gerechtfertigter Vorwürfe bewahren könnten. Kürzlich berichtete Reuter, daß die New Porter Bankfirma Kuhn, Loeb Lc Co. der Stadt Paris eine Anleihe von 50 Millionen Dollar bewilligt habe. Mehrere deutsche Zeitungen nahmen Anlaß, Herrn Jakob H. Schiff, den Chef des Hauses, deutschfeindlicher Absichten zu bezichtigen. Dabei ist es doch bekannt, daß an der englisch-französischen Kriegsanleihe von 500 Millionen Dollar weder Herr Schiff und seine

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