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Im deutschen Reich · 1916-09-01 · Heft 9-10 (September 1916) · p. 208

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 9-10 (September 1916)
Article
Die Hauptstelle für Berufsberatung der Juden
Date
1916-09-01
Page
208 (sequence 4)
Language
German
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208 In? Deutschen Reich. ll. Durch Mitwirkung b e i m B e r u f s w e ch s e l: 1. Berufswechsel» u n a b h ä n g i g vom Kriege: In zahlreichen Fallen wird ein solcher notwendig sein. Sieht der junge Mensch, daß. er in dem Berufe, den er ergriffen hat, nicht weiter kommt, das; er ihn nicht innerlich befriedigt, so ist es stets schwierig, zu prüfen, ob dem bloße Laune, augenblickliche Verstimmung zugrunde liegt, die man beseitigen müßte, oder ob ernste, zu unterstützende Gesichtspunkte vorhanden sind. Hierbei die jungen Menschen und ihre Angehörigen zu beraten, da, wo ein Berufswechsel in der Tat zweckmäßig sich erweist, zur Seite zu stehen, ist eine wichtige Aufgabe. 2. Berufswechsel bei Kriegsteilnehmern. Schon unter den unversehrten Kriegsteilnehmern sind zahlreiche junge Leute durch den Krreg aus ihrer bisherigen Lebensstellung herausgerissen und finden nach der Rückkehr ihre bisherige Stellung besetzt. Sie hier im Sinne unserer Bestrebungen zu beraten, wird eine Aufgabe der zu schaffenden Organisation sein. Besonders wichtig ist dies naturgemäß bei den Kriegsbeschädigten. Für beide Arten von Kriegsteilnehmern gilt, daß sie im Kriege au andere Tätigkeit gewöhnt worden sürd, sich an körperlicher Betätigung, an das Leben im Freies die Einordnung in einen großen, von straffer Disziplin geleiteten Organismus gewöhnt und vielleicht auch manche speziellen Fähigkeiten erworben haben. Diese müssen für die berufliche Weiterentwicklung nutzbar gemacht werden. Welche Möglichkeiten neuer Berufe sind nun gegeben? 1. Zunächst die Ansiedlung. Es handelt sich hier um die Frage der Kriegerheimstättcn, die Bestrebungen zur Ansiedlung der Kriegsinvaliden. Die Zuführung der Juden zum Ackerbau und zur Bodenkultur ist ja schon lange das Arbeitsgebiet verschiedener Spezialvereine. 2. Hinzuweisen ist ferner auf die koloniale Tätigkeit auswärtiger Handelsniederlassungen, Farmen, Faktoreien, sei es in den Kolonien, sei es im Orient, der jetzt größere Bedeutung gewinnt. Auch hier hängen die Möglichkeiten * vom Kriegsergebnis ab 3. In Frage kommt ferner das Handwerk, besonders in seinen neuen lebenskräftigen Formen: Mechanikerberuf» elektrische Schwachstromtechnik nsw. Anch hier wird es sich darum handeln, den bereits bestehenden Vereinen geeignete Persönlichkeiten zuzuführen, namentlich- Kriegsverletzte, denen mit Hilfe speziell konfessioneller Wohlfahrtseinrichtungen hier Existenzen und Niederlassungsmöglichkeiten geschaffen werden. .4. Für alle Berufsstande, sowohl für die neu zu wählenden Berufe wie für den Fall des Berufswechsels, ist noch die Eröffnung der gehobenen Hausindustrie zu erwähnen. In vielen Berufszweigen, namentlich in der Textilindustrie, beginnt man mit der Einführung der elektrischen Ueberlandzentralen, statt der großen Fabriken kleine Einzel- Und Spezmlbetriebe zu errichten, die unter billigen und günstigen. Wohnung^- und Bauverhältnissen überall auf dem Lande eingerichtet werden können. Hier kann zur Entlastung der Großstädte beigetragen werden. 8. Ein wichtiges Problem ist auch die Eröffnung der Bei aurrenlaufbahn, nicht der höheren, da ja sch

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