Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1916)
- Article
- Der badische Ministerpräsident August Lamey und die bürgerliche Gleichstellung der Juden
- Date
- 1916-07-01
- Page
- 164 (sequence 5)
- Language
- German
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164 Int Deutschen Reich, moderne Staat beruht, zu unterbinden, daß vielmehr auf die Gleichstellung aller Staatsbürger vor dem Gesetze diejenige im Geiste aller Schichten des Volkes nicht ausbleiben wird. Die badischen Israeliten über werden sich unter allen Umstanden nicht vevbittern Und in dem Werke der Selbstveredelung, sowie in treuer Mitarbeit zur Lösung der gewaltigen unserer Zeit gestellten Kultüraufgcvben nicht beirren lassen. Sie werden darin ermutigt und bestärkt durch viele vortreffliche Männer unserer Tage, welche die Fahne der Gerechtigkeit und Humanität Hochhalten und auf dem hon Eurer Exzellenz betretenen Wege rühmlich fortwirken. Im Herzen der badischen Israeliten wird Name und Wirken Eurer Exzellenz, deren Bild in so manchen israelitischen Häusern landauf und landab einen Ehrenplatz einnimmt, fortleben kund auch bei unseren späten Nachkommen mit denselben herzlichen Gesinnungen gefeiert werden, die wir heute auszusprechen uns beehren. . ° . L. Millstätter. Aj. Bielefeld. Dr. Mayer. D. Aberle sen. Rosiir. IXr. Sondheimer. vr. Steckelmacher." Die August Lamey-Loge des Ordens Bne Brith in Mannheim ehrte sich selbst, als sie bei ihrer Gründung (1896) im Todesjahr Lameys mit ihrer Benennung der dankbaren Verehrung für den Befreier Ausdruck verlieh. An seiner Bahre sprach Geh. Oberregierungsrat Or. D. Mayer als Vertreter des Oberrats die schönen Worte: „Die dankbaren Israeliten Badens widmen dir, Verklärter, diese Palmenspende. Du hast es ihnen ermöglicht, freudig teilzunehmen an der neuzeitlichen Entwicklung unseres engeren und größeren Vaterlandes. Dein Andenken bleibt zum' Segen." Eine dankbare Aufgabe wäre es für Männer wie Heinrich Rosin, David Mayer, Mar Hachenburg, Ludwig Haas, erschöpfender, als es hier bei dem eng bemessenen Raume möglich ist, in einer besonderen Schrift das Wirken Lameys für die Fsraeliten in ihrem badischen tzeimatlande darzustellen. „Möchte der Geist Lameys" — um mit D. Mayers Schlußworten in seiner Ansprache bei der Feier der Enthüllung des Lamey-Denkmals (1904), der mit dem Erbgroßherzog u. a. der erste und bisher einzige deutsche Minister jüdischen Glaubens, Moritz Ellstatter, beiwohnte, dieses anspruchslose Gedenkblatt zu schließen , „des Mannes, dem der konfessionelle Frieden als Zdeal vorschwebte, von neuem lebendig werden!" —< a $ « Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat es sich nicht nehmen lassen, am