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Im deutschen Reich · 1916-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1916) · p. 165

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1916)
Article
Der badische Ministerpräsident August Lamey und die bürgerliche Gleichstellung der Juden
Date
1916-07-01
Page
165 (sequence 6)
Language
German
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„Gibt es eine arische Rasse?* 165 27. Juli 1916 des großen Toten zu gedenken.- Er ließ durch seinen Mannheimer Vertrauensmann einen Eichenkranz mit Schleifen in den deutschen und badischen Farben niederlegen. Die Schleifen wiesen die Inschrift auf: „Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens dem Vorkämpfer sür die Befreiung der badischen Juden." & „Gibt es eine arische Rasse?" ginc Entgegnung von Dr. W. de la .Motte, Charlottenburg. Die folgenden kurzen Ausführungen beziehen sich aus einen Aufsatz unter gleichem Titel von Herrn Di*. Sigmund Feist im Mai/Iuni-Heft dieser Zeitschrift. Der Verfasser stößt zunächst offene Türen ein, um ein Sprungbrett zu bekommen. Niemand wird die Rassentheorie für den Krieg in Anspruch nehmen, denn Kriege werden sür politische und wirtschaftliche Interessen geführt. Niemand wird die Nassenreinheit irgend eines geschichtlichen oder vorgeschichtlichen Volkes behaupten, niemand die Herkunft der Indogcrmanen als unbestritten hinstetlen, niemand einem Phantasten wie Ehamberlain Gefolgschaft leisten. (? Die Red.) Die Lehre von der arischen Rassenähnlichkeit wird dadurch nicht erschüttert, sie stützt sich auf die Ergebnisse der vergleichenden Sprachforschung. Danach sind einerseits die semitischen Sprachen der Aramaer, Phöniker, Hebräer, Assyrer, Babylonier, Araber unter sich und sogar naher verwandt als die verschiedenen indogermanischen Sprachen unter sich. Diese indogermanischen Sprachen aber ent« springen einer Ursprache; sie läßt: 1. die Grundzüge einer gemeinschaftlichen Kultur erkennen. Sie kennt Haus, Hof, Vieh, zahlreiche Haustiere, Feld, Pflug, Acker, Ernte, also bereits Ackerbau; Gold, Silber, Erz. Sie kennt Familienleben mit gesicherter Stellung der Frau neben dem Manne, ausgeprägte Verwandtschaftsgrade. 2. Dazu kommen gemeinschaftliche Grundzüge religiöser Anschauung in den Vedas der Hindu und der Zarathustra-Reform der Eranier» beide überwiegend idealistisch (die Erschernungswel! als Vorstellung angenommen) im Gegensatz zum semitischen Re* alismus. üus diesen Eigentümlichkeiten und den geographischen Eirv» slüssen mußten sich notwendig Charakter- und Rapeneigenschaften entwickeln, die sich natürlich im Laufe der Jahrtausende durch Wanderung, beständige Mischung und Kulturstreben veränderten, aber bei den Nachkommen in Europa sich durchweg noch abheben von denen der Semiten. Anleugbar haben sogar die erst in geschichtlicher Zeit getrennten lateinischen, germanischen und slavffchen Volker unterscheidende Merkmale, aber alle auch gegen die Semiten. Deshalb ist die Kennzeichnung der Semiten auch keineswegs, wre Ferst will, von ihrer Zahl und Masse innerhalb der anderen Bevölkerung bebiitgt, sondern, wie jeder,Beobachter weiß, an jedem auch frtu* 'eidlich gut entwickelten Exemplar möglich^

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