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Im deutschen Reich · 1916-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1916) · p. 151

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1916)
Article
Die deutsche Judenfrage in der Beleuchtung durch Hardens "Zukunft"
Date
1916-07-01
Page
151 (sequence 6)
Language
German
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Die deutsche Fudenfrage in der Beleuchtung usw. 151 Täuflinge, und sie geraten daher in eine weit schiefere Stellung, in größere seelische Halbheit und Zerrissenheit, als es je bei einem jüdischen Kinde — trotz aller Unfreundlichkeit und Gehässigkeit der Umgebung, die Schmitz übrigens als natürlich ansieht und entschuldigt — geschehen kann. Es ist nicht möglich, in diesem engen Rahmen die Frage der Kindertaufe so ausführlich zu behandeln, wie sie es verdient. Wo und wie man sie aber auch anpacken mag, eine logische oder sittliche Rechtfertigung wird man nicht entdecken. Der glaubenstreue C h r i st muß sie verwerfen, denn das oberflächliche Christentum solcher Bekenner, denen das Elternhaus ein religiöses Vorbild nicht sein konnte, ist erfahrungsgemäß eine ernste Bedrohung der Gemeinschaft, zu deren .inneren Zersetzung es erheblich beiträgt. Vom Standpunkte deutscher Volksideale ist die Taufe der Kinder vollends widersinnig und frivol. Man kann nicht auf der einen Seite die deutsche Treue rühmen und auf der anderen die zum Prinzip erhobene Treulosigkeit zur Vorbedingung einer wirklichen Deutschwerdung machen. Noch weniger geht es an, die Tradition, das feste Wurzeln in der Vergangenheit, die Bodenständigkeit ini Reiche des Geistes und der Moral als den Arquell der deutschen sittlichen Kraft zu preisen, um dann eine Klasse von Menschen als besonders nützlich und hochstehend anzusehen, gerade weil sie keine Tradition haben und völlig haltlos sind. Und das Judentum selber fügt zu allen diesen Gründen allgemeiner Art noch die besonderen, die aus seinem Wesen, seiner Lehre und seinen ewigen Aufgaben herauswachsen. Noch lebt in den jüdischen Massen das Bewußtsein vom Werte der jüdischen Religion für den Kulturaufstieg der Menschheit, noch wird der Leidensweg der Jahrtausends als ein idealer Kampf um Gerechtigkeit und Menschenfreiheik gegen die Mächte des Hasses und der Finsternis empfunden, ein ruhmreicher Kampf, dessen Ausgang nicht zweifelhaft sein kann! Noch ist die Iudenheit sich der weltgeschichtlichen Verantwortung zu sehr bewußt, als daß sie sich selber verleugnen! und aufgeben könnte! Denn das bedeutet die Kindertaufel Sie ist ein feiges und schwächliches Strecken der Waffen vor roher Gewalt und Ungerechtigkeit, sie ist ein schmähliches Bekenntnis zu einer Moral des egoistischen Materialismus. Es sind nur kleine — uns freilich erscheinen sie noch immer allzu groß — ganz dekadente Kreise der modernen Juden, die auf diesem Wege durch Auflösung des Judentums die Iudenftage lösen wollen. Die große Masse lehnt aber die Kindertaus« ebenso entschieden ab wie die eigene Taufe. Erheblichen Anlaß haben wir nun, uns einmal mit der Trundlage für die Stellung unseres neuen Befreiers zu befassen. Alach ihm besitzt das Judentum dieser „anderen"

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