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Im deutschen Reich · 1916-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1916) · p. 150

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1916)
Article
Die deutsche Judenfrage in der Beleuchtung durch Hardens "Zukunft"
Date
1916-07-01
Page
150 (sequence 5)
Language
German
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150 Im Deutschen Reich, gleich uns Gesinnungslosigkeit, Heuchelei und Beschimpfung des Sakraments eines anderen Glaubens vorwirft, überhaupt zu einem Amte geeignet sein? Es würde ein merkwürdiges Licht ans die betonte „Einheitlichkeit des Füh lens und Wer» tens" im deutschen Offizierskorps werfen — deren angeblicher Mangel dem Juden den Einlatz verwehrt —, wenn plötzlich der anerkannt moralisch minderwertige Täufling so vorzüglich Hineinpasten sollte. Jedenfalls verwickelt sich Schmitz hier in unlösbare Widersprüche; denn seine Zugeständnisse in bezug auf die Moral des Taufakts müßten ihn eigentlich zwingen, dem jüdischen Urteil folgend den Täufling nicht an der Spitze, sondern tief unter dem letzten Ende der Juden einzureihen. Dann aber wendet sich Schmitz etwas bekümmert den „Anderen" zu, das sind wir! Wir wollen gar nicht recht in sein System passen, und so nimmt er zu einem Mittel Zuflucht, das schon des öfteren herangezogen worden ist, wenn alles versagte. Statt auf bestimmte Tatsachen, die sich darstellen und nachprüfen lassen, stützt er sich auf den mysteriösen „jüdischen Geist". Er erklärt kraft seiner Einsicht die „anderen" Juden für innerlich haltlose und „halbe" Menschen, die allesamt mit dem Glauben der Väter längst gebrochen haben, für die vom ganzen Judentum nichts bleibt, wie das bloße Wort „Jude"! Für diese bedauernswerten Subjekte weiß er nur einen Ausweg, der zwar nicht sonderlich neu ist, immerhin aber den Vorzug radikaler Einfachheit besitzt. Kann den Juden selber auch nicht die Gesinnungslosigkeit der Taufe zugemutet werden, so sollen sie wenig sie ns ihre Kinder taufen lassen! Dieser Lösungsversuch ist nicht einmal vom Standpunkt« des Herrn Schmitz gut; denn wenn er etwas von der jüdischen Geschichte gehört hätte, würde er wissen, daß dann ganz von selber aus der „Iudenfrage" — wie einst in Spanien — eine Marannenfrage, eine „Täuflingsfrage" sich entwickeln würde. Fm übrigen ist aber nicht einzusehen, warum es moralisch sein soll, wenn man an Kindern eine Handlung begeht, die man an sich selber aus sittlichen Gründen zu vollziehen nicht in der Lage ist. Seit wann ist — ganz grob gesprochen Mord moralischer als Selbstmord! Wenn die eigene Taufe eine Feigheit darstellt, ist es die der Kinder gewitzk Wenn die eigene Taufe eine Verhöhnung des christlichen Sakraments bedeutet, ist es nicht zu verstehen^ -weshalb die Kindertaufe anders zu bewerten sei. Denn aus Besorgnis um das Seelenheil ihrer Sprötzlinge lassen sie jüdische Eltern doch gewiß nicht taufen, sondern aus dem recht praktischen Grunde, ihnen ein besseres Fortkommen zu verschaffen. Den Kindern selber wird freilich dabei nur selten ein Gefallen getan. Sie können ihre jüdische Abstammung noch weniger verleugnen als ander«

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