Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1916)
- Article
- Die deutsche Judenfrage in der Beleuchtung durch Hardens "Zukunft"
- Date
- 1916-07-01
- Page
- 149 (sequence 4)
- Language
- German
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Die deutsche Fudcnfrage in der Beleuchtung usw. 149 ausgesprochen, was diese Kreise bewegt! Sie empfinden, daß die auf die Spitze getriebene und zu Ende gedachte nationaljüdische Anschauung ihnen Recht gibt, wenn sie den Nationalitäts- oder gar Rassenstaat an die Stelle des Rechts- und Kulturstaats setzen wollen, sie hoffen auf die Entfremdung zwischen Juden, deren nationales Interesse seinen Mittelpunkt außerhalb Deutschlands hat, und ihren deutschen Volksgenossen, aus einen Zwiespalt, der gestatten wird, die logische Folgerung zu ziehen und die Juden ihrer Rechte zu berauben. Herr Schmitz spricht es schon als selbstverständlich aus, daß die Zionisten eigentlich rechtlos und gnädigst geduldete Gäste sind. And wenn das die beteiligten Kreise selber, die im Gegensatz zu den Orthodoxen logisch und überzeugend seine Argumente zu entkräften nicht imstande sind, sehr nachdenklich und stutzig machen sollte, so ist es für die große Mehrheit der deutschen Juden, die „Anderen", um so mehr der Fall. Wir wissen natürlich — das sei ausdrücklich hervorgehoben —, daß die Zionisten unseres Vaterlandes ihren Verpflichtungen gegen den Staat ebenso nachkomnien wie die anderen, deutsch-national empfindenden Juden, und daß insoweit ihre widersprechenden Theorien von leiner praktischen Bedeutung sind. Aber der Gegner hält sich an das Mort, nicht an die Tat, und darum ist es sehr durchsichtig, warum man so krampfhaft die Zionisten verhätschelt und als die „wahren Juden" hinzustellen beliebt. Man möchte gern einen Analogieschluß von den Zionisten auf die „Anderen^ machen, um logisch zu rechtfertigen, was jetzt mit Trug und Gewalt durch Amgehung klarer gesetzlicher Bestimmungen versucht wird, die Juden nämlich zu entrechten! Schmitz beweist schlagend, daß die Entwicklung sich genau s» vollzieht, wie es in unseren Reihen seit Jahren geweissagt wird. And das Gute an seinen kühnen Wünschen möge daß sie zur Einkehr mahnen! Am wenigsten Kopfzerbrechen machen Schmitz die „Ge» tauften". And das ist recht bezeichnend. Denn er erkennt sehr wohl die Wucht der Gründe an, die einem einigermaßen' anständigen Charakter die Taufe unmöglich machen. Er gesteht zu, daß es „gesinnungslos ist, um des äußeren Nutzens willen ein fremdes Bekenntnis anzunehmen", er redet von der .Komödie" einer solchen Taufe und erwähnt anerkennend» daß in der Weigerung des Juden eine Hochachtung vor dem christlichen Sakrament liege. Trotzdem hält er die Renegaten für besser als alle anderen „Juden", und seine Entscheidung ist eine sehr einfache: „Sie (die Getauften) haben überall Zutritt." Und nicht einmal sein eigener Zusatz „falls ihrq Persönlichkeit geeignet gefunden wird" macht ihn selber stutzig. Kann denn die Persönlichkeit eines Menschen, dem Schmitz