Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1916)
- Article
- Die wirtschaftliche Entwicklung der Juden
- Date
- 1916-05-01
- Page
- 100 (sequence 3)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
- Malbim 1× ep/1002711
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100 Im Deutschen RcIH< von Aegypten her. Während es aber dort ausnahmsweise die Obrigkeit tat, verpflichtete er jeden einzelnen Bürger dazu. Moses verhinderte dadurch — und durch viele andere darauf hinzielende Gesetze — den Kornwucher und machte trotzdem das Land zu einer Kornkammer für das naheliegende, handeltreibende Reich der Tyrer." Die Untreue gegenüber dem Gesetze, sagen wir modern: der Geldhunger und der damit sich einstellende Yang zum Luxus, der in der salomonischen Zeit einsetzte und nicht mehr schwinden wollte, brachte es dazu, daß ohne Rücksicht auf Reserven für den Fall ungünstiger Erntejahre das letzte erlangbare Korngetreide von den Großhändlern aufgekauft und ausgeführt wurde. So entstanden Gegensätze, die gerade das Thoragesetz unmöglich machen wollte, jener immer mehr steigende Reichtum der wenigen, jene Latifundienwirtschaft und Güterabschlachtung (vergl. Ies. 5,8) auf der einen und das Proletariat auf der anderen Seite, so kam es bis zu jener Umwandlung, die der Prophet mit den Worten charakterisiert: Ein „Kananiter" ist „Ephraim" geworden, mit der Wage des Truges in seiner Hand, Uebervorteilung liebend. Aber Ephraim spricht, ach was, ich bin reich geworden, und wie ich es geworden bin — so nach „Malbim" <— ist gleichgültig, im Handel gibt es nur Arbeit und entsprechenden Gewinn, von Sünde kann da keine Rede sein. (Hosea 12, 8 9.) Man gehe die Reihe der Propheten durch von Ainos und Hosea bis zu den nachexilischen Chaggai und Malcachi, man trifft überall dieselbe Klage: Warum streifen wir die gesunde Einfachheit des Bauernvolkes ab, wie sie einst das Ideal aller echten Israeliten gewesen — „jeder unter seinem Weinstock und jeder unter seinem Feigenbäume" —, mit der sozusagen das nrosaische Gesetz als selbstverständlicher Grundlage rechnet, um dagegen die gefährlichen Segnungen einer überfeinerten, verbildeten Kultur einzutauschen? Die Propheten predigten, wie Jesaja selbst das ja in seiner erhabenen Weiheprophetie ausgesprochen, tauben, „verfetteten" Ohren. Um so mehr ist ihr Idealismus zu bewundern, der es auszusprechen wagte: Eben in dem Grade, wie ihr glaubet zu leben, sage ich euch, daß ihr nur „taumelt", ihr taumelt „von Begierde zu Genuß und im Genuß verschmachtet ihr vor Begierde", ihr wollt Kultur und tötet den Menschen in euch! Umsonst, Juda muß wie Israel in die Verbannung wandern. Als vollends das palästinensische Judentum erlag, waren es wieder die in Babylonien wohnenden Bauernstände, die dem Judentum neues Blut zuführten. Das mittelalterliche Iudentuni hat sich ziemlich konstant erhalten und zwar deshalb, weil die strengen kirchlichen Gesetz; die Juden ebenso wie von Licht und Luft auch von jedem Verkehr mit den Andersgläubigen abschlossen — in den wenigen Jahrzehnten, in denen dies