Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1916)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1916-03-01
- Page
- 68 (sequence 3)
- Language
- German
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69 Ink Deutschen Ne ich. Bild, das das deutsche Wirtschaftsleben bot. Die Racherhebung des Gctreidcbcstandcs ergab ein Wehr' von 20 Prozent" Trotzdem bekämpfte in den ersten Märztagen der Abgeordnete Beckh in der bayerischen Abgeordnetenkammer eine die Ablieferung des Hafers betreffende BundesraLsvcrordnung mit der witzig sein sollenden Bemerkung: „An den jetzigen Verhältnissen sind nicht die Junker schuld, sondern ganz andere L e n t e, d^i e a u ch in i t „I" anfange n." Ihm erwiderte der liberale Abg. (L-chön: „Gegen die Bauern, die einen reellen Gewinn erzielen, sägt niemand etwas, aber ebensowenig sollten konfessionelle Gegensätze hineingezogen werden. Der Abg. Beckh möge Äc Betreffenden nennen» unnnt cs wahr ist., das; sie mit Lebensmitteln wuchern, aber die andern „Leute mit F" in Buhe lassen." (Den Bibelkuirdigen ist bekannt» daß die jüdische Re^ l i g i o n den Lobensrnittelwucher verpönt und die mosaische Gesetzgebung ihn in Palästina nahezu unmöglich machte. Die von dem Statthalter Joseph nach der biblischen Geschichte getroffenen Maßregeln zur Verhütung einer Hungersnot in Aegypten gereichten als staats weise Fürsorge der Bevölkerung zum Segen» und nur die antisemitischen, dilettantischen Bibelauslegcr bringen es fertig, diese frühzeitige, vorzügliche Wirtschaftspolitik als Gctreidewucher darznstellen. In der Schrift: „Die Welt des Islam"-zieht Friedrich Delitzsch bei der Erklärung des Korans als Rcchtsbuch' über solchen Wucher Vergleiche der Muselnmnen mit den unter ihnen, wohnenden Christen, Vergleiche, die ihn nach seinen eigenen Worten „nur mit Scham und Trauer erfüllen". Danach ist, was von dem Grafen. Müline,,also von einwandfreier Seite, versichert wurde, der größte Teil der'Bevölkerung von Galiläa, seit den letzten Fahren in der Hand weniger christlicher Bankiers in Beirut. Sie strecken nach dieser Mitteilung zur Zeit der Aussaat auf dem Lande dafür Geld zu hohem Zinsfuß vor, so daß der Bauer bei guter Ernte sich bis zum nächsten Iuly durchfristen (kann, bei schlechter Ernte aber sein Besitztum den städtischen Gläubigern abtretcn muß. Auf ähnliche Weise haben, wie in Jansens „Geschichte des deutschen Volkes" über die Zeit der Reformation berichtet wird, in der die Juden weder Ar noch Halm' besitzen konnten, die Großhändler Welsen und HoHstetter in Augsburg und andere Mitglieder der süddeutschen » Handelsgesel lscha f t e nin R ü r n b e r g und A l m große Reichtümer dadurch erworben, daß sie sich zu Ankaufs- und Preissteigerungs-Gesellshasteu vereinigten, den Wein, das Korn, die Feldfrüchte im Halm urw in den Garten kauften. Geiler v or: Kaisersberg nannte sie deshalb „schlimmere Schinder des Volkes als je die Juden gewesen". Ware die Zahl der?Iuden, die -wahrend des jetzigen .Weltkrieges wegen Rahrungsmittelwuchers durch Ueöerschreitung der „Höchst-, preise" angeklagt waren, nicht im Vergleich mit der andersgläubiger Händler gering» dann würden cs die höchsten katholischen und cvaugelisnt kirchlichen Würdenträger nicht für nötig befunden haben, öffentlich darüber Klage zu führen» daß der Mimme Wuchergeist alle Schichten der Bevölkerung durchdringe. Sind unter diesen großen Schichten auch einzelne Freden einbegriffen, so versündigen diese sich nicht nur gegen das deutsche Vaterland, nein, auch Kegen das mosaische Gesetz. Rechts wäre geeigneter, die Verleumder verstummen zu machen» als die Verbreitung einer größeren Aufklärung über das Wesen der Luden und die Vermittelung der Kenrrtnis der Wissenschaft des Judentums,