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Im deutschen Reich · 1916-03-01 · Heft 3-4 (März 1916) · p. 51

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 3-4 (März 1916)
Article
Die jüdische Jugend
Date
1916-03-01
Page
51 (sequence 3)
Language
German
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Ms jüdische Fugend^ 5L stolz auf die Zugehörigkeit zu ihrer Gemeinschaft und bereit sind, sich für sie einzusetzen. Aber noch ist der -Keg, den wirr gehen müssen, nicht von allen gefunden, noch sind wir Jungen; uns über die ungeheure Bedeutung dessen, was zu Lun ist, nicht restlos klar, vor allem aber hat sich in der älteren Generation ' noch lange nicht die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß die Erziehung der Jugend zum Judentum die Lebensfrage unserer Gemeinschaft ist. Erziehung zum Judentum bedeutet nicht einen Zlvang zur religiösen Betätigung. Sie ist und wird immer eine Gefühlssache des einzelnen bleiben, und cs würde unsittlich sein, wenn wir das Gefühl mit einengenden Vorschriften umhegen wollten. Was wir wollen, ist das: Unsere Jugend einführen in den Geist des Judentums, ihr zeigen, welche kostbaren Schätze in seinem Schoße verborgen liegen, sie lehren, wie groß und erhaben das Judentum trotz aller Anfeindungen dasteht. Sie soll das Judentum nicht ansehen als eine veraltete uub verknöcherte Ueberlicferung, die in keiner Weise mehr in Einklang: steht mit den Forderungen unserer Zeit, sondern sie soll es kennen lernen als eine Idee, von der die Mensch heitskultuo ausgegangen ist, bio sie dann durch die Jahrtausende immer; und immer wieder mit ihren Strahlen belebt hat und die ob dieser Bedeutung auch Gegenwart nrrd Zukunft noch mit ihren Segnungen erquicken muß. Tiefgründigste Kenntnis des innersten Wesens des Judentums ist das, was wir verlangen. Nur sie gebiert die Liebe zum Judentum; nur aus ihr entstammt das jüdische Bewußtsein; aus ihr allein erneut sich die rKraft pes Judentums. Es mag trotz der einleitenden Begründung eigenartig erscheinen, daß diese Forderung gerade heute aufgestellt wird, zu einer Zeit, in der die Blüte der Jugend im Kamps fürs Vaterland unter Waffen steht. Und man mag den Einwand entgegenhalten, es sei jetzt nicht an der Zeit, jüdische Interessen zu pflegen. Wir haben allerdings in diesen Tagen gelernt, umfassender zu denken. Aber weil dem so geworden ist, dürfen wir nicht nur für bcn. Augenblick leben, so überwältigend groß (er auch ist, sondern wir müssen über ihn hinaus fortbauen für die Zukunft. Wenn wir daher heute an die jüdische Jugend den Mahnruf richten, sich vertraut zu machen mit dem Wesen des Judentums, so tun wir das, weil wir um seine Erhaltung besorgt sind. Heute gilt dieser Ruf in der Hauptsache denen, die zurückgeblieben sind. Ihre Pflicht ist, da wir im Lande jede .Kultur erhalten müssen, auch! die Arbeit für das Judentum und innerhalb des Judentums. Noch ist zwar der Augenblick nicht gekommen, da wir uns auf jscharsumrissene Richtlinien sestlegen dürfen; denn noch ist die Entwicklung nicht abgeschlossen, und die

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