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Im deutschen Reich · 1915-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1915) · p. 216

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1915)
Article
Reformanstalten, jüdische Schüler und Oberlehrer
Date
1915-10-01
Page
216 (sequence 4)
Language
German
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216 3m deutschen Reich.? sium erst von der Untertertia ab.besucht hatten, „davon seien 7 Schüler jüdischen Glaubens gewesen". Ostern 1912 hatten bei 37 Prüflingen 24 das Gymnasium, von der untersten Klasse an besucht, und auch hier sei es merkwürdig, daß von den 7 Abiturienten 2 wieder erst in Untertertia eingetreten seien. Zunächst kann selbst Herr Groh für seine Zwecke nicht die Untertertia zu einer „oberen" Klasse stempeln; wenn er weiter über die Tatsache, daß mehrere jüdische Schüler erst in Untertertia des Goethe-Gymnasiums eingetreten sind, sich hätte Aufklärung verschaffen wollen, so würde sie ihm leicht jeder Lehrer gegeben' h-aben, er hätte sie auch in dem Aufsatz Ziehens in Reins Handbuch der Pädagogik (2, 989), den der Verfasser kennt, finden können: In Frankfurt bestehen neben anderen bekantlich zwei Realschulen unter dem Patronat der jüdischen Gemeinden; seit jeher sind Schüler, die mehrere Jahre diese realen Anstalten besucht haben und Neigung und Befähigung zum Studium Zeigten, in da^ Gymnasium übergetreten, „wo sie nicht eben die schlechtesten Schüler waren und durchaus den Anschluß an ihre Mitschüler erreichten!" — Die vollste Schale seines Zornes gießt Herr Groh gegen den Verfasser der französischen Parallelgrammatik aus und zwar weil dieser Herr zufällig dem jüdischen Glauben angehört: Als Jude versteht er es deshalb, „ein Lobredner seiner Lehrbücher" zu sein, seine Methode in besonders hohen Tönen zu preisen (S. 96) und beweist dadurch den ausgeprägten Geschäftssinn, der die Juden nach der Aeußerung des Ministers vom Lehramt an christlichen Schulen unbedingt ausschließt! — Herr Groh müßte zunächst wissen, daß die preußischen höheren Schulen im Gegensatz zu den Volksschulen keinen konfessionellen Charakter aufweisen; die Hauptsache indes bleibt: Seit jener angeblichen Aeußerung ist mehr als ein halbes Jahrhundert verflossen, weit über 100 Lehrer jüdischen Glaubens sind seit jener Zeit an höheren Lehranstalten unseres Vaterlandes tätig gewesen, und Herr Groh, der doch deutsche Ehrlichkeit so hoch halt, hätte diese Eigenschaft auch in diesem Punkte zeigen und sich nicht ohne jede weitere Prüfung, nur aus dem Gefühle des Hasses gegen eine Einzelperson, das Urteil von Männern aneignen dürfen, die in der Atmosphäre der sog. Reaktionszeit mit vorgefaßter Meinung an die Frage der Anstellung jüdischer Lehrer herangegangen sind! Der Verfasser hätte diese Prüfung sogar leicht bei jüdischen Lehrern in der Nähe seines Wirkungskreises vornehmen können. Um bloß nicht mehr Lebende zu erwähnen — aus Krotoschin ist der Oberlehrer Gebhardt hervorgegangen, dessen Handbuch der deutschen Geschichte wie die Werke über Wilhelm von Humboldt deutsche Gründlichkeit und warme Vaterlandsliebe aufweisen, der sich bei unermüdlicher wissenschaftlicher Arbeit frühzeitig aufgerieben hat; in dem vonKrotoschin unweit entfernten Lissa hatToeplitz, derWater

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