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Im deutschen Reich · 1915-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1915) · p. 217

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1915)
Article
Reformanstalten, jüdische Schüler und Oberlehrer
Date
1915-10-01
Page
217 (sequence 5)
Language
German
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-Dein Andenken zweier Getreuere 217 des verdienstvollen Fortsetzers des Kunze-Kalenders, aus Liebe zu dem Lehrerberuf fast ein Vierteljahrhundert als Hilfslehrer unter den dürftigsten Verhältnissen ausgeharrt und sich durch sein Wirken die Hochachtung und Wertschätzung selbst eines Ministers v. Wühler erworben; in Posen und später in Breslau hat Warschauer, unbeirrt durch die Mißgunst leitender Kreise, jahrelang jür deutsche Bildung gewirkt und die Methodik des griechischen Unterrichts durch treffliche Rnterrichtsbücher gefördert — wird Herr Groh diesen Lehrern ein „Geschäft" nachzuweisen imstande sein? Sollten aber diese Beispiele nicht genügen, dann könnten dem Verfasser zahlreiche Fälle vorgeführt werden, die eine ideale Gesinnung auch bei den Lehrern jüdischen Glaubens dartun, wie sie unferm Stande auch in jener, heut glücklicherweise sagenhaften Zeit eigen gewesen ist, da unter Wieseschem Einfluß die gerechten Forderungen der Lehrer auf geregelte Anstellungs- und Gehaltsverhältnisse gewaltsam unterdrückt wurden, wo Lehrer nicht schon 2 Jahre nach der Prüfung zu gut dotierter fester Anstellung gelangten, sondern ein Jahrzehnt und länger auf sie warten mußten und oft ein weiteres Jahrzehnt in der untersten Stufe bei einem Einkommen blieben, das selbst für die Befriedigung bescheidenster Lebensbedürfnisse nicht ausreichte! Mag Herr Groh über die Treue, die die deutschen Lehrer jüdischen Glaubens, wie ihrem Vaterland, so auch ihrem angestammten Glauben halten, weiter höhnen und spötteln — sie werden solche Ergüsse am besten mit der unentwegten Erfüllung der Aufgaben beantworten, die ihnen obliegen, und sich namentlich in der gegenwärtigen schweren Zeit, wie noch jüngst Driesen, in die vorderste Reihe stellen, wo es gilt, das Wohl des Vaterlandes zu fördern. Demgegenüber erscheint das Auftreten des Herrn Groh erst in der rechten Beleuchtung: Welche Beachtung schenkt dieser „deutsche" Lehrer dem Wort seines Kaisers, der keine Parteien^ nur noch Deutsche kennt! SE Dem Andenken zweier Getreuer. 1. Immanuel SouL Im Verwalterhaus in M. (Polen) saß ich und diktierte die Marschbefehle, als die Postordonnanz Zeitungen brachte. Mechanisch riß ich sie auf und las die erschütternde Kunde, daß der liebe Freund und Kollege bei einem Sturmangriff gefallen war. Wer täglich die Schrecken des Krieges sieht, wer dem Sturmlauf der Mackensenschen Armee von den Tagen des Aprils bis heute miterlebt hat, hat viel Elend gesehen und ist abgestumpft! gegen mancherlei Trauerkunde.

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