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Im deutschen Reich · 1915-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1915) · p. 210

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1915)
Article
Deutschland und die Ostjudenfrage
Date
1915-10-01
Page
210 (sequence 16)
Language
German
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210 Fm be'utschrn Reich. lichkeit zu unterstützen — im Interesse ihrer staatsbürgerlichen Stellung, im Interesse ihres engeren Kultur ans Hlusses und ihres Deutschtums! Mit diesem wirklich neuen und entschieden etwas humoristischen Gesichtswinkel, aus dem heraus für den Zionismus Anhänger geworben werden, wollen wir uns bei dieser Gelegenheit ebensowenig beschäftigen, wie mit der Stellung, die die große Mehrheit aller deutschen Juden zu der Bewegung einnimmt. Es ist an sich überflüssig, innerjüdische Fragen dem Urteil der großen Öffentlichkeit zu unterbreiten, die weoer ein tieferes Verständnis noch mehr als eine augenblickliche Anteilnahme für sie besitzt, es ist gerade bei der vorliegenden Frage um so weniger am Platze, da hier die gesamte deutsche Inoenheit durchaus einig sein wird. Selbst bei noch so großer Begeisterung für die Losung der Iudenfrage in Palästina wird auch der Zionist unter keinen Umständen darauf verzichten, gegen Ausnahmegesetze energischen Einspruch zu erheben und für die Ostjüden dolle Freiheit zu verlangen. Auch die „Reformjuden", worunter Fritz mit Ausnahme der strengen Orthodoxie und der Zionisten alle anderen Glaubensgenossen versteht, sind ja keineswegs Gegner einer Kolonisation Palästinas. Auch sie freuen sich von Herzen, wenn auf seinem Boden möglichst viele der Unglücklichen ein neues und verheißungsvolles Leben beginnen, und wenn aus diesem Wege auch dem türkischen Bundesgenossen neue Kräfte zugesührt werden. Aber zweifellos kann in der Auswanderungsfrage dieser Weg nur eine kleine und nebensächliche Hilfe darstellen.. Selbst nach den ausschweifendsten Phantasien des zielbewußtesten Zionisten kann es sich in Palästina nur um die Ansiedlung von höchstens einigen Hunderttausenden und auch das nur im Verlaufe von langen Jahren handeln. Es sind aber ebenso viele Millionen, die jenseits der Grenze von diesem Kriege die Freiheit erhoffen. Palästina ist für sie der Tropfen auf dem heißen Steine. Palästina ist auch in den zionistischen Träumen weit mehr der künftige nationale Mittelpunkt, der Quell der zu schaffenden hebräischen Kultur, als eine Lösung für die leibliche Bot einer Gemeinschaft von Millionen. Selbst die volle Verwirklichung des Zionismus würde die Notwendigkeit der unbeschränkten Freiheit in den gegenwärtigen Aiederlassungsländern nicht verringern. Alle einzelnen Bedenken, die selbst den Erfolg als Teillösung in Frage stellen, sollen übergegangen werden. Wer soll nach dem Kriege die dafür erforderlichen Millionen an Geld aufbringen? Daß überdies die Türkei gefragt werden müßte, scheint Fritz zu übersehen, obwohl ihm nicht unbekannt ist, daß sowohl Abdul Hamid in der «Üen Zeit wie die FWrMrksZr das heute wÄer darr einer Mi-

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