Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1915)
- Article
- Deutschland und die Ostjudenfrage
- Date
- 1915-10-01
- Page
- 197 (sequence 3)
- Language
- German
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Deutschland und die Ostjudenstage. 197 im Westen und Süden, gegen entartete Slawen und die nach-- rückenden Mongolen im Osten" zu Felde zieht! Die Engländer scheint er demnach für weniger rassenreine Germanen zu halten als die Deutschen, und für die slawischen Völker Oesterreichs ist sein Rrteil ebensowenig schmeichelhaft wie für die Ungarn und unsere treuen türkischen Verbündeten. Aber was Lut man nicht, um eine so vortreffliche und bequeme Theorie zu retten! Im Endergebnis verlangt Fritz kurz und bündig, daß die Ostgrenze gegen jede jüdische Einwanderung geschlossen werde. Gewiß spricht er von einem allgemeinen Verbot und fordert dem Wortlaut nach keineswegs ein Ausnahmegesetz gegen eine bestimmte Gruppe. Da aber andere Einwanderer nur in verschwindend kleinen Mengen in Betracht kommen, da fernerhin für polnische Saisonarbeiter tm Interesse der Großgrundbesitzer ausdrücklich Ausnahmen gefordert werden, wäre das ein bloßes Spiel mit Worten, und Fritz läßt auch keinen Zweifel darüber, daß die von ihm befürworteten Maßregeln ihrem Geiste nach ein Ausnahmegesetz gegen Juden bedeuten sollen. Ihm schwebt ein solches in der denkbar schroffsten Form vor. Es gibt zwei Wege zur Beschränkung des unerwünschten Menschenzuflusses, das australische System, das kurzerhand bestimmten Schichten den Eintritt in ein Land verbietet, und das ajmerikanische, das ohne Unterschied der Basse, der Religion und der Staatsangehörigkeit grundsätzlich alle einläßt, die Aufnahmebegehrenden aber xm einzelnen in einer scharfen Auslese nach dem Vermögen, der Arbeitsfähigkeit, der Bildung und" der Gesundheit sichtet und so ihre Zahl sehr einschränkt. Fritz neigt naturgemäß der schärferen Tonart zu, denn für ihn als Rassentheoretiker bedeuten das Verdienst und der Wert des Einzelwesens wenig, weil das Uebel unausrottbar in der Rasse sitzt, und so will er von einer Prüfung und Zulassung selbst in Ausnahmesällen nichts wissen. Er wünscht den schleunigen Erlaß' eines Gesetzes nach australischem Muster aus Gründen deutscher Selbsterhaltung, um dem deutschen Volke Schutz gegen die minderwertige Rasse der Ostjuden zu gewähren. Besonders bemerkenswert ist nun die Begründung, die er für sein radikales Vorgehen gibt. In erster Reihe stehen bei ihm wie allen Gesinnungsgenossen die mystisch unklaren völkischen und dann die bestimmbaren Wirts chaftlichenGesichtspunkte. Die Iudenmassen des Ostens könnten durch ihre geringen Lebensansprüche die Lage des deutschen Mittelstandes Herabdrücken, sie würden sich über das flache Land verbreitenden Bauernstand in ihre Fesseln schlagen und erschüttern. Es sind im wesentlichen dieselben Befürchtungen, die auch in Amerika und England von den Freunden des Grenzschlusses vorgebracht, die nur zu oft widerlegt worden sind. Es sind die Gründe : der EejättigLe^ d.ie ArGrengrwK und Wettbewerb